Vom Welpen zum Rettungshund

Auf dieser Seite werde ich in regelmäßigen Abständen über Vivo's Ausbildung in unserer Rettungshundestaffel berichten. Das Training, welches außerhalb der Staffelarbeit statt findet, werde ich deshalb nur beiläufig anschneiden und über seine Fortschritte erzählen.

An dieser Stelle möchten ich mich bei meiner Staffelkameradin Heike Baurath bedanken, die mich regelmäßig mit tollen Trainingsfotos von Odin und Vivo unterstützt.

 

2011

16.12.2011

Das Jahr neigt sich dem Ende und wir haben auch in diesem Jahr kein Wetter gescheut, um unseren Hunden verschiedene Trainingsbedingungen zu bieten. In den Suchen und Anzeigeübungen waren wir wieder sehr kreativ, so dass unsere Vierbeiner viele Möglichkeiten hatten, das Gelernte zu generalisieren.

Bei Vivo konnten wir weiter seine Verbellanzeige festigen. Auch in diesem Jahr zeigte sich, dass es sich lohnt, in kleinen Trainingsschritten vorwärts zu gehen. Immer wieder zerlegten wir die Verhaltenskette und bestätigten die einzelnen Elemente, so dass mein Goldjunge ein sehr sicheres und sauberes Anzeigeverhalten zeigt, sowohl bei fremden Personen als auch in verschiedenen unbekannten Situationen. Mit seiner Quietschstimme habe ich mich inzwischen angefreundet, zumal sie durch ihre Höhe sehr weit zu hören ist. Allerdings gibt es aber noch ein kleines Manko: In der ersten Anzeige muss er immer noch seine Stimme warm bellen, bis ein vernüftiger Ton zu hören ist.

In der Suche ist er bereits sehr ausdauernd und hat das Revieren gut verinnerlicht. Aber hier musste ich meine Strategie umstellen. Verwöhnt von Odins sehr weiten Schlägen habe ich viel zu lange großen Wert auf die Tiefe und das saubere Abrevieren gelegt. Da Vivo ein sehr führerbezogener Rüde ist, förderte ich damit weder seine Suchmotivation noch seine Selbständigkeit. Immer wieder orientierte er sich nach mir und suchte meine Unterstützung. Neue Ideen mussten her. Manchmal ist weniger mehr. Seit ich nun endlich mein stures Schicken abgestellt habe, arbeitet Vivo wie ein Weltmeister. Tempo ist angesagt. Dadurch läuft er zwar noch keine tiefen Schläge, arbeitet aber selbständig links und rechts sein Suchgebiet ab, so dass er trotzdem immer seine Opfer findet. Das gefällt mir wesentlich besser. Ich glaube, damit seinen Weg gefunden zu haben.

Mit dem morgigen Training beenden wir dann unsere diesjährige Ausbildung und freuen uns auf die Weihnachtspause, um uns mit neuem Elan den Aufgaben im nächsten Jahr stellen zu können.


30.10.2011

Nachdem unsere Gäste gestern kurzfristig abgesagt hatten, gab es für unsere Hunde trotzdem ein Intensivtrainingstag mit Showeinlage. Sie mussten 3 unterschiedliche Suchaufgaben ohne Hilfe der Hundeführer lösen, nur motivierendes Loben war erlaubt. Diese Übungen dienten dazu, die Arbeitsweise der Hunde genauer zu betrachten, den Ausbildungsstand einschätzen zu können und die Findequote zu ermitteln.

In der ersten Suchaufgabe galt es für Vivo ein Suchgebiet von ca 50 x 250m abzurevieren und 3 Versteckpersonen zu finden. Obwohl er diesmal nicht die 25m Schläge gelaufen ist, hat er von allen Dreien die Witterung bekommen und angezeigt, wobei er von einer wieder die Fährte gefunden hatte.
Als zweite Aufgabe galt es wieder ein Gebiet von ca 50x150m abzurevieren und eine erhöht sitzende Person zu finden. Anfangs löste er sich hier sehr schlecht von mir und orientierte sich immer wieder nach mir. Er ließ sich aber sehr gut durch Ansprache zum Weiterarbeiten motivieren, bis er von selbst Witterung bekam. Diese arbeitete er sehr schön in großen Bögen aus. Nach einigen Versuchen um auf den Hochstand zu springen, kam er ohne Probleme ins Verbellen. Als Belohnung durfte er sein neues Spielzeug zum Auto tragen.
Nun galt es noch eine eingebaute Person zu finden, die sich in einem Gebiet von ca 50x100m befand. Diesmal löste er sich gleich und arbeitete in weiten Schlägen. Auch diesmal fand er sein Opfer. Nach einem Kontrollschnüffler unter den Ästen und Decke verbellte er auch diese Versteckperson, die in einer tiefen Kuhle lag.
Zwischendurch gab es noch zwei Anzeigeübungen mit verkleideten Staffelmitgliedern. Wider Erwarten ließ sich mein Goldjunge von dieser Maskerade nicht beeindrucken und absolvierte seine Anzeige wie gewohnt.

Auch die Hunde meiner Staffelkameraden lösten alle Aufgaben ohne Probleme, so dass wir alle gestern sehr zufrieden nach Hause fuhren.


29.10.2011

Unser harter Weg zur Begleithundeprüfung

Nachdem Vivo bereits sehr gute Fortschritte bei den Fußübungen zeigte, entschloss ich mich Mitte September, uns zur Begleithundeprüfung anzumelden. Schnell war der erste Trainingstermin beim HSV Lauchhammer gemacht. Die Mitglieder des Vorstandes kümmerten sich rührend um mich und unterstützten mich tatkräftig bei der Realisierung meines Vorhabens. Von diesem Tage an hatte ich jedes Wochenende die Möglichkeit, auf ihrem Vereinsgelände zu trainieren. Parallel dazu beantragten sie meine Mitgliedschaft und Leistungsurkunde. Vielen Dank noch einmal auf diesem Weg.
Etwas Bedenken hatte ich aber doch, da hier vor allem Schutzdienst trainiert wurde und zum Teil noch alte Ausbildungsmethoden angewendet werden. Aber sie ließen mir freie Hand und so konnte ich mit Vivo nach unserem Prinzip arbeiten.

Nachdem die ersten organisatorischen Dinge geklärt waren, betraten Vivo und ich zum ersten Mal gemeinsam den Platz. Das es anfangs zu Leistungseinbußen kommen würde, darauf hatte ich mich bereits eingestellt. Schließlich hatte Vivo hier mit so vielen Ablenkungen zu kämpfen, die es auf unserem Platz nicht gibt. Aber es kam noch schlimmer: Vivo war so gut wie gar nicht in der Lage mit mir zu arbeiten. Zum einen waren die fremden Hunde viel interessanter und zum anderen gab es so viele neue Gerüche aufzunehmen, so dass mein Junge nur mit der Nase am Boden klebte. Keine Ansprache, kein Motivieren oder Abbruch half. Vivo war nicht aufnahmefähig. Es war zum Haareraufen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Nachdem unsere zweite Stunde dort ebenfalls nicht viel anders ablief, bat ich Yvonne und Birgit um ein paar Ratschläge und habe uns auch auf Video aufnehmen lassen, um Vivo genau zu beobachten. Darin konnte ich erkennen, dass er keine Anzeichen von Unsicherheit zeigte. Seine Rute war ständig am Wedeln, sein Gang wie immer. Daraufhin habe ich auch verschiedene Plätze ausprobiert und konnte ein Problem mit der Örtlichkeit ausschließen. Es hing einzig und allein am Geruch der anderen Hunde. Dies bestätigte sich ebenfalls, als ich eine Staffelkameradin bat, die fremde Hunde in Betreuung hatte, mit diesen mal auf unserem Platz zu spielen. Danach zeigte Vivo das Schnüffelproblem auch auf unserem Gelände. Energisches Eingreifen sowie Abbruch und Neuanfang brachten die selben Ergebnisse: Vivo verknüpfte die Rüge nicht mit seinem Verhalten sondern mit dem Fleck, an dem er roch, so dass er danach ein Blocken zeigte. Stur wie ein Esel saß er dann da, kein Locken, Rufen oder an der Leine heranziehen half. Ich musste dadurch immer meinen Startplatz verlassen und an einer anderen Stelle von vorn beginnen.

Also entschloss ich mich, mit Birgits und Yvonnes Ratschlägen von vorn zu beginnen. In ganz kleinen Schritten und vielen Bestätigungen in verschiedenen Varianten arbeiteten wir uns Stück für Stück voran. Eine Trainingseinheit klappte gut, eine andere zeigten wir wieder Rückschritte. Es war manchmal richtig zum Verzweifeln. Später erfuhr ich auch, dass auf unserem Hundeplatz läufige Hündinnen waren. Kein Wunder das Vivo manchmal total abschaltete. Naja und dann kamen die ersten Erfolge. Nahm er mal die Nase runter, ließ er sich durch Ansprache wieder auf mich konzentrieren. Im weiteren Trainingsverlauf nahm er dann mal einen Hauch von unten, um dann schnell wieder Blickkontakt aufzunehmen. Diese Entwicklung war für mich erst einmal okay. Endlich wieder ein Lichtblick. Spezielle Übungen wie Sitz und Platz aus der Bewegung übte ich auf unseren Spaziergängen, bei denen Vivo sowieso oft manipuliert. Diese Übungen baute ich dann erst wieder in unser Training ein, als er in der Lage war, die Gerüche zu ignorieren. Am WE vor unserer BH testete ich dann, wie weit wir gekommen waren. Vivo arbeitete wie gewohnt, so dass ich mich entschied, doch anzutreten.

So kam der 23.10. immer näher. Der Treffpunkt für diesen Tag war auf 6.45 Uhr angesetzt, das bedeutete 5.00 Uhr früh aufstehen und das auf’n Sonntag. Vivo fands cool und war wie immer bester Laune. 

In Lauchhammer angekommen, erfuhr ich die geplante Reihenfolge (Fährte, BH, Schutzdienst, Ausdauertest), also ein sehr langer Tag lag vor uns. Außerdem teilten sie mir mit, dass unsere Prüferin Patricia Schönfeld nicht aus dem Agilitysport käme sondern vom Schutzdienst. Oh Mann, Prüfung auf einem Schutzhundesportplatz und dann auch noch eine Prüferin aus diesem Bereich. Das war für mich nicht gerade beruhigend.

Nach den ganzen Formalitäten starteten sie dann mit der Fährtenprüfung und für uns begann das Warten. Ich nutzte die Zeit, um Vivo auf das Kommende einzustellen. Mein Goldjunge war super gut gelaunt und hoch motiviert, kein Schnüffeln, keine Unsicherheit, voll auf mich konzentriert. Das gab mir Hoffnung. Inzwischen warteten wir und warteten wir. Eine Stunde nach der anderen verstrich und meine Aufregung wuchs. Gegen Mittag kamen sie dann endlich alle zurück. Nun dachte ich, ich habe es gleich geschafft. Nee denkste, nach einer kurzen Pause und unserem Sachkundetest kamen erst die Schutzdiensthunde mit der UO dran. Auch das war nicht gerade das, was mich aufbauen sollte. Meine Unsicherheit wuchs. Inzwischen beobachtete ich ganz genau, wo die Rüden abgelegt wurden und machte mir einen Plan. Die Ablage klappt ja eigentlich bei Vivo super, wenn es nicht nach anderen Hunden riecht, grrrrr.

Nun endlich startete das erste Pärchen und danach waren wir dran, so konnte ich die Bewertung nicht hören und konnte mir dadurch kein Urteil über die Strenge der LR bilden.  Inzwischen schlug mein Puls doppelt so schnell.

Nun ging es los. Schon als wir auf den Platz kamen, hatte Vivo die Nase nur unten. Ich konnte ihn aber auf mich konzentrieren. Vivo sollte zuerst abliegen. Ich suchte mir einen Platz, auf dem bereits ein Rüde gelegen hatte. So musste er nicht aufstehen, wenn er schnüffeln wollte. Diese Strategie klappte sehr gut, kein Robben, kein Zappeln, nur die Nase auf dem Boden. In der Zwischenzeit beobachte ich meine Partnerin, ein 12jähriges Mädchen mit einer Jack Russell Hündin. Bereits in der Leinenführigkeit sah ich, dass die Hündin nicht unter der Kontrolle des Mädchens stand. Mit der Nase auf dem Boden erkundete sie den Platz, ohne ein Kommando zu befolgen. Nun war es vorbei. Mein Herz raste, ich versuchte ständig tief durchzuatmen. Ich bin einfach kein Prüfungsmensch. Und dann kam, was kommen musste: In der Freifolge löste sich die Hündin komplett und ging schnüffeln, hörte auf kein Rufen.  Ein kurzer Blick zu Vivo, der noch immer ganz brav an seinem Platz lag, Erleichterung. Endlich brach die Richterin die Übung ab, ging zum Mädchen und tröstete sie. Inzwischen wurde auch ich immer unruhiger. Anschließend durfte sie noch ein paar Spaßübungen mit ihrem Hund machen. Dadurch waren auch über 10 Minuten vergangen, Vivo beachtete keiner, der sich dann auch sagte, jetzt reicht es aber und stand auf. Zum Glück entfernte er sich aber nicht von seinem Platz, so dass die Richterin aufgrund der Zeit es nicht ganz so streng bewertete.

Jetzt waren wir an der Reihe. Vivo saß sehr schön in der Grundstellung und konzentrierte sich auf mich. Ich versuchte trotz meiner Aufregung Spannung reinzubringen und dann ging es los. Ich war sehr verkrampft und hielt meine Hände nicht wie gewohnt, so erzählte mir mein Mann später. Vivo folgte die erste Bahn sehr schön aufmerksam, dann stellte er den Blickkontakt ein, lief aber weiter sehr freudig. Aus Angst, er würde irgendwann die Nase runternehmen, gab ich ganz viele Hilfskommandos, die ja nicht erlaubt waren, so dass wir hier viele Punkte abgezogen bekommen hatten. Sitz und Platz aus der Bewegung klappten sehr gut. In der Freifolge war es wie in der Leinenführigkeit, anfangs sehr schönes Laufen mit Blickkontakt später Blickkontakt eingestellt.

Dann war wieder Pause für uns angesagt. Der Straßenteil ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber wenn man so eine Prüfung noch nie gemacht hat, ist man halt trotzdem aufgeregt.  Und es war nichts Problematisches. Da die Übungen ja nicht im Fußkommando ausgeführt werden müssen, hatte Vivo endlich die Zeit genutzt, um seiner Lieblingsbeschäftigung Schnüffeln nachzukommen, so dass er die ganzen Ablenkungen so gut wie gar nicht mitbekommen hatte und uns anschließend mit "Bestanden" gratuliert werden konnte. Wow, fiel mir ein Stein vom Herzen.

Hier noch eine kleine Zusammenfassung unser Prüfung. Sie zeigt zwar nicht die Leistung, die wir erbringen können, aber Vivo hat seinen Job sehr gut gemacht. Nur Frauchen, die wieder ganz toll aufgeregt war, war ein schlechter Teampartner und hat dadurch die Minuspunkte einkassiert. Ich bin sehr stolz auf meinen kleinen Mann, der mit nur 15 Monaten die BH bestanden hat.

 

Vielen Dank an alle, die an uns geglaubt und für uns die Daumen gedrückt haben sowie die vielen, vielen Glückwünsche.


15.10.2011

Eigentlich gibt es nicht viel Neues zu berichten. Vivo und ich trainieren fleißig weiter. Stetig werden unsere Suchgebiete größer und die Verstecke unserer Opfer anspruchsvoller. Vivo ist hoch motiviert bei der Arbeit. Langsam wird er im Alltag immer selbständiger und sein Radius zu Frauchen wird zunehmend größer. Dies wirkt sich auch auf sein Suchverhalten aus. Dabei läßt er sich sehr gut über die Körpersprache lenken, ohne dass ich ihn in eine bestimmte Richtung drängen muss. Das Problem Fährten haben wir weitestgehend behoben. Ganz kann mein Goldjunge es noch nicht lassen. Er hat aber schon gelernt, dass er auch mit hoher Nase sein Ziel erreichen kann.

Hier noch ein paar Eindrücke von unserem Training:


03.10.2011

Heute bekam Vivo vor unserem Spaziergang eine kleine Suche von ca 280 m mit einer Versteckperson. Der Wind wechselte wie gewohnt wieder ständig seine Richtung. Mein Goldjunge war voller Elan, kräftig zerrte er mich zu unserem Suchgebiet, um dann auf Kommando wie eine Rakete loszudüsen. Kaum hatten wir die Grundlinie abgearbeitet, erschien eine Radfahrerin auf unserer rechten Begrenzung. Da es kein offizielles Training war und ich mir auch noch nicht sicher bin, ob Vivo diese Ablenkung ignoriert, pfiff ich ihn erstmal zu mir ran. Natürlich gefiel ihm das überhaupt nicht und protestierte mächtig. Kaum hatte die Radfahrerin unser Suchgebiet passiert, schickte ich ihn weiter. Ohne Probleme kam Vivo wieder in den Suchrhythmus und revierte weiträumig die linke und rechte Seite ab. Dabei löste er sich sehr schön. Zwischendurch orientierte er sich immer wieder mal nach mir, um dann motiviert weiter zu suchen. Im letzten Drittel dann das: zwei Spaziergänger mit 2 Hunden kamen uns auf unserer Begrenzungslinie entgegen. Kurze Zeit rutschte mir mein Herz in die Hosentasche und ich dachte, das wars. Aber Vivo blieb stehen, guckte, dann mein Pfiff, nochmals kurzes Verharren und Vivo kam zu mir zurück. Klasse, innerlich freute ich mich riesig und sein hohes Bellen sagte mir, dass ihm die Hunde eigentlich egal waren, er will weitersuchen. Und so schickte ich ihn auch gleich wieder los, sobald sich die Hundebesitzer hinter uns befanden. Vivo würdigte sie mit keinem Blick mehr und bewegte sich zielstrebig nach vorn, wo er dann mehr oder weniger über sein Opfer stolperte, welches unter einer Plane lag und verbellte es sehr intensiv. Toll mein Junge.

Zum Mittwochtraining wird er dann wieder 3 Versteckpersonen auf 300 m bekommen, um seine Suchmotivation hoch zu halten.


01.10.2011

Während mir Vivo in der Suche viel Freude bereitet und es großen Spaß macht, ihm beim Arbeiten zu zu sehen, stagnieren wir zur Zeit im Gehorsamsteil. Seit 2 Wochen trainieren wir einmal wöchentlich auf einem fremden Hundeplatz und es ist eine totale Katastrophe. Die Ablenkung durch die anderen arbeitenden Hunde hält sich in Grenzen. Dagegen klebt seine Nase nur am Boden, um die fremden Hundegerüche regelrecht aufzusaugen. Vivo kommt so gut wie gar nicht in den Arbeitsmodus. Teilweise bekomme ich hier seine Spanielsturheit zu spüren. Dann bewegt er sich weder vor noch zurück. Es ist zum Haareraufen. Heute habe ich es mit viel Action und überschwenglichem Lob probiert. Dadurch konnte er sich für kurze Zeit aufs Arbeiten einstellen, bis er plötzlich wieder blockt, als ob ich einen Esel vor mir hätte. Eigentlich klappt es schon etwas besser als in unserer ersten Trainingseinheit, doch irgendwie kann ich mich darüber noch gar nicht freuen.


18.09.2011

Gestern waren wir in meinem Lieblingswald, ein schöner Mischwald mit ganz vielem Unterbewuchs, der Mensch und Hund das Durchdringen erschwert, und tolle Versteckmöglichkeiten bietet. Da wir hier nicht so oft trainieren, war es eine sehr gute Gelegenheit, den Ausbildungsstand unserer Anfängerhunde zu testen, so auch für Vivo. Eingeschätzt wurden Suchtaktik, Suchmotivation und -ausdauer sowie Arbeitsfreude.

In der ersten Suche wurden 4 VP's versteckt, 2 auf der Grundlinie und jeweils einer auf der rechten und linken Seite. Allerdings lagen sie so weit auseinander, dass unsere Hunde nicht gleich zum Erfolg kommen konnten. Da uns zu diesem Zeitpunkt der verantwortliche Jäger des Waldes einen Besuch abstattete, bekam Vivo sogar noch einen Fremdhelfer mit kompletter Jagdausstattung präsentiert. Der Wind kam von vorn, drehte aber immer wieder im dichten Bewuchs.

Als ich Vivo zum Arbeiten abholte, zog er mich hochmotiviert bis zur Mittellinie (noch toleriere ich dieses Verhalten) und suchte bereits mit hoher Nase nach Witterung, so dass er auf Kommando los preschte. Nach wenigen Sekunden hörte ich die erste Anzeige. Als ich ihn zur anderen Seite ansetzte, löste er sich ohne Probleme, überrannte die zweite Person auf der Grundlinie und flitzte weiter nach vorn, Anzeige. Vivo hatte seine 4. Versteckperson gefunden. Der Gegenwind hatte ihm die Witterung zugetragen. Nun hieß es, Beine in die Hand und los zu meinem Hund, eine Situation, die ich von Odin zu genüge kannte.
Zurück auf der Grundlinie schickte ich ihn wieder zur rechten Seite, wo ja noch unser Fremdhelfer wartete. Vivo löste sich nicht gleich. Er schaute mich verdutzt an, so als ob er sagen wollte, dort war ich doch schon. Ließ sich aber mit der zweiten Aufforderung doch noch überzeugen und wurde mit dem Fund des Jägers belohnt. Ohne Probleme zeigte Vivo ihn an. Nun mussten wir nur noch einen finden. Vivo war noch immer hoch motiviert und rannte los. Ich konnte ihn sehr gut beobachten. Er nahm die Schläge selbständig und lief sehr weit hinaus. Ich brauchte ihn gar nicht schicken. Schließlich fand er auch unser letztes Opfer.
Somit hatte er seinen ersten Test mit Bravour bestanden.

In der zweiten Suche steigerten wir noch mal die Anforderungen. Die Hunde hatten jetzt Rückenwind, allerdings wechselte auch hier regelmäßig die Windrichtung und außer den Grundlinienopfern gab es jetzt nur noch eins, welches in 100 Meter Entfernung saß. Der Bewuchs war hier noch etwas dichter mit Dornensträuchern, so dass sich unsere Vierbeiner einen Weg suchen mussten. So wie alle Hunde stellte sich Vivo dieser Herausforderung ohne Probleme. Beim Überstreifen der Kenndecke hörte ich schon seine Nasenflügel aufeinanderschlagen. Er hatte seine erste VP bereits in der Nase. Auch das zweite GL- Opfer fand er ruckzuck und nun wurde es ernst. Hält er die 100 m durch? Null Problemo. Vivo arbeitete wie ein alter Hase. Er lief weit hinaus, arbeitete selbständig, hielt aber trotzdem Kontakt zu mir. Da ich auch nicht genau wusste, wo unsere VP lag, musste ich mich voll und ganz auf meinen kleinen Mann verlassen. Und da, zwischen dichtem Gestrüpp hörte ich es bellen, Vivo hat gefunden.

Somit haben unsere Hunde gestern super Leistungen präsentiert. Ich bin so stolz auf meinen Goldjungen. Das Fährten haben wir scheinbar hinter uns gelassen. Suchmotivation und -intensität blieben konstant. Hatten wir bis vor kurzem noch ein Löseproblem, so läuft er jetzt problemlos die 25m weit hinaus. Und das schönste: Vivo hätte noch weiter suchen können. Also werden wir in den nächsten Monaten die Strecke langsam ausbauen sowie die Anforderungen an den Suchaufgaben stetig steigern.


07.09.2011

Ich liebe die dunkle Jahreszeit für das Rettungshundetraining. Nun muss ich mir nicht mehr so viele Gedanken machen, um geeignete Verstecke für unsere Opfer zu finden. Die Dunkelheit und die entsprechende Kleidung fordern unsere Spürnasen aufs Neue. So musste ich heute nur darauf achten, dass Vivos Versteckperson keine Fährte hinterläßt. Wie gewohnt, düste mein Goldjunge auf mein Kommando in die Suche. Und dann passierte etwas bisher Ungewöhnliches, Vivo löste sich zum ersten Mal soweit von mir, dass er sogar aus meinem Blickfeld entschwand. Da an seiner beleuchteten Kenndecke noch keine Glocken befestigt sind, hörte und sah ich ihn nun nicht mehr. Mehrere Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, schärfte ich sämtliche Sinne und da, plötzlich hörte ich sein Bellen. Anzeige! Klasse :-) Später berichtete mir mein Helfer, dass er sehr gut beobachten konnte, wie mein kleiner Mann die Witterung ausarbeitete.

Im Gehorsamstraining musste ich heute feststellen, dass ich dringend mehr auf den Wechsel meiner Kleidung achten muss. Da ich zum ersten Mal unsere Übung ohne Weste absolvieren wollte, steckte ich mir ein paar Leckerlis in die Hosentasche. Das überzeugte Vivo gar nicht und ließ sich vom abgelegten Hund und Zuschauer sehr ablenken, so dass an konzentriertes Arbeiten gar nicht zu denken war. :-o Und das jetzt, wo wir uns doch zur Begleithundeprüfung anmelden wollen.
Im zweiten Durchgang, bei dem ich meine Weste wieder übergestreift hatte, war Vivo wie ausgewechselt. Seine ganze Aufmerksamkeit gehörte mir, so dass er die Menschengruppe mit und ohne Leine super meisterte.


01.09.2011

In dieser Woche haben wir weiter fleißig geübt und versucht, die Tipps von Yvonne in die Praxis umzusetzen. Das Anhalten aus der Freifolge klappt inzwischen sehr gut. Vivo ist aufmerksam und beobachtet jede Regung von mir, so dass er fast immer in der korrekten Position stoppt. Ist der Abstand zu meinem Bein doch mal etwas größer, korrigiert er sich von ganz allein. Das gefällt mir sehr gut. An den Winkeln müssen wir noch weiter intensiv arbeiten. Dort entspricht der Abstand noch nicht meinen Vorstellungen. Dabei muss ich mich selbst genau beobachten. Meistens sind meine Schritte immer noch zu groß. Dafür habe ich es geschafft, meine Bewegungsabläufe für das Platz aus der Bewegung fließender zu gestalten. Das Spiel zur Positionsunterscheidung nimmt Vivo sehr gut an, so dass ich in dieser Woche wieder begonnen habe, das Steh aus der Bewegung in unser Training zu integrieren.
Die Freifolge gefällt mir immer besser. Inzwischen kann ich zwischendurch unser Tempo immer wieder mal erhöhen, ohne das mein Goldjunge nach vorne prescht. Er gibt sich viel Mühe, die richtige Position zu halten. Gestern haben wir auch zum ersten Mal zwei Bahnen ohne Bestätigung absolviert. Zuerst habe ich die einzelnen Elemente Normalschritt, langsamer Schritt und Laufschritt separat abgefordert, um dann unseren Leistungsstand zu überprüfen. Mein kleiner Mann war einfach goldig. Er hat meine Herausforderung super gemeistert.

Beim Apportiertraining zeigt Vivo bereits gute Ergebnisse beim Bringen des Apportels. Das macht ihm großen Spaß. Die Halteübung müssen wir allerdings noch intensivieren.
Probleme bereitet uns auch das Vorsitzen noch. Sitzt er eng vor mir, geht er automatisch ins Männchenmachen über. Hier werden wir unsere Trainingsstrategie noch mal überdenken, um neue Ansätze zu finden.

Heute habe ich zum ersten Mal die Box aufgebaut, um mir selbst ein Bild machen zu können und um Vivo an ihren Anblick beim Training zu gewöhnen. Er fand es sehr interessant und zeigte starkes Interesse an meinen Markierungskegeln, die er ständig mauste, durch den Garten trug, um sie anschließend mit seinen Zähnen zu bearbeiten. Parallel dazu haben wir noch einmal unseren Bodentarget aufgefrischt.

In der Sucharbeit lernt Vivo immer besser, mit hoher Nase zu arbeiten. Allerdings löst er sich noch nicht so weit wie Odin. Also griff ich wieder mal in unsere Trickkiste und schickte heute beide gleichzeitig in die Suche. Anfangs führte Odin mein Duo an und gab die Richtung vor bis Vivo als erster die Witterung in die Nase bekam und sofort anzeigte, während Odiin noch überlegte, welche Versteckperson er verbellen sollte.


30.08.2011

Wir waren vergangenes WE zum Sporty Springers, Felicitous & Friends Festival in Ahlen. Gern kamen wir der Bitte nach, etwas aus unserer Rettungshundearbeit zu zeigen. Dazu holten wir uns Unterstützung bei Vivos Wurfgeschwistern Käthe und Helo mit ihren Hundeführern. So präsentierten sich 3 Staffeln unterschiedlicher Hilfsorganisationen und Ausbildungsrichtungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Toll!
Vivo hatte bereits ausgiebig rumgetollt, verschiedene Damenbekanntschaften geknüpft und Frauchen dabei fast völlig ausgeblendet, so dass ich mir gar nicht sicher war, ob er noch in der Lage war, in den Arbeitsmodus umzuschalten. Und was soll ich sagen? Er konnte es, juchhu. Nachdem ich ihm die Kenndecke angelegt hatte, flitzte er wie im Training auf direktem Wege zu seiner VP und zeigte diese mit seinem quietschendem Bellen sicher an. Auch in der Suche ließ er mich nicht im Stich. Sein Opfer verschwand ganz unbemerkt zwischen den Hecken. Als ich meinen kleinen Mann losschickte, schaltete er sofort in den Suchmodus, ließ sich nicht von den anderen Gerüchen ablenken und arbeitete sehr schön die Witterung bis zur Anzeige aus. Nur einmal musste er allerdings noch markieren. Ich bin trotzdem mächtig stolz auf meinen Goldjungen. Er hatte meine Erwartungen mehr als übertroffen.


25.08.2011

Gestern erreichten mich Fotos und ein Video über unser Unterordnungsseminar am 19.08. mit Yvonne Keeve von den Sporty Springers. Zum ersten Mal beobachtete uns eine Fachfrau bei unserem Training. Yvonne nahm uns sehr kritisch unter die Lupe und gab uns viele wertvolle Tipps, um unser Training präzisieren zu können.

Beginnen wir mit dem Positiven:
Nachdem der Nachmittag mit einem Wolkenerguss begann, klarte es zum Abend hin zusehend auf und Klärchen ließ sich wieder blicken. Mein kleiner Mann war gut gelaunt und zeigte sich sehr motiviert. Laut Videomitschnitt arbeiteten wir 25 min mit Erläuterungspausen. So lange haben wir bisher noch nie Gehorsamsübungen am Stück absolviert. Dafür zeigte er ein sehr gutes Durchhaltevermögen und ließ sich, als gegen Ende die Konzentration nachließ, immer noch gut zur Mitarbeit ermuntern.

Nun zum Negativen:
1. Ich muss dringend an meiner Körperhaltung arbeiten. Obwohl ich mich öfter filmen lasse, ist mir dies noch nie so aufgefallen. Wahrscheinlich konzentrierte ich mich mehr auf Vivo. Es fehlt total die Spannung, ich mache sehr große Schritte und muss ständig Vivo im Blick haben (schlimm dieser Kontrollzwang), so dass es mir total schwer fiel, meinen Blick geradeaus zu wenden.
2. Um für meinen Goldjungen klarer zu werden, muss ich mein Timing dringend verbessern und mehr Zwischenschritte einbauen.
3. Auf dem Video war gut zu sehen, dass ich Vivo zwischendurch bestätige, obwohl er keine Aufgabe zu lösen hatte. (schlimm diese unbewussten Körperbewegungen)
4. Bei den verschiedenen Positionen aus der Bewegung zeigte Vivo Verwechslungen im Steh und Sitz, worauf ich das Steh vorerst aus unserem Übungsprogramm gestrichen hatte. Falsch- lieber Übungen einbauen, in denen er die verschiedenen Positionen unterscheiden lernt.

So ich glaube das war es im Wesentlichen. Die vielen Informationen muss ich erst einmal in Ruhe verarbeiten. Nun liegt es an mir, die vielen Tipps in die Praxis umzusetzen. Es war ein super toller Nachmittag. Vielen Dank, Yvonne.

Unter Fotos gibt es noch ein paar Eindrücke von unserem Seminar.


11.08.2011

Nachdem es am letzten Samstag beim Reviertraining überhaupt nicht laufen wollte und Vivo sich gar nicht von mir löste , war ich gestern wieder rund um zufrieden mit meinem Jungen. Im Anzeigentraining zeigte er jedem, wie viel Spaß ihm diese Übung bereitet. Zielstrebig rannte er zu seiner VP, um sie springend und fordernd zu verbellen.

Auch in den folgenden Suchübungen strahlte mein Junge viel Freude und eine hohe Motivation aus. Er ließ sich sehr gut in die gewünschten Richtungen einweisen, löste sich diesmal ohne Probleme und suchte seine Opfer beharrlich, die ihn nach unterschiedlicher Verbelldauer, die ich vorher festgelegt habe, bestätigten.

Als Abschluss des gestrigen Trainingstages bekam jeder Hund noch eine erhöhte Versteckperson zum Suchen. Um keine Fährte zu legen, begaben wir uns durch das Nebengebäude zum ausgewählten Baum, den die Versteckperson durch ein Fenster auf ca 1,50m (Füße) erklimmen musste. Da alle Hunde das selbe Opfer ausarbeiten sollten, war Vivo als Erster an der Reihe. Auch bei dieser Übung löste er sich sehr schön von mir. Aber wie nicht anders erwartet, bekam doch der kleine Haudegen wieder die Fährte in die Nase. Zum Glück endete diese vor einer verschlossenen Tür, so dass er nicht weiter kam. Ohne Probleme kehrte er aber zurück und arbeitete selbständig weiter, ohne bei mir nachzufragen. Toll. Auf dem Video ist sehr schön zu sehen, wann mein kleiner Mann die Witterung in die Nase bekam und diese schön ausarbeitet.


31.07.2011

Gestern waren wir zu Gast bei der DRK RHS Märkisch- Oderspree. Wir folgten ihnen nach Berlin- Ruheleben in die Polizeiübungsstadt. Da Odin diesmal mit seinem zweiten Hundeführer trainierte, konnte ich mich voll und ganz auf Vivo konzentrieren.

Für ihn standen zum ersten Mal Gebäudesuchen auf dem Plan. Mit dem unbekannten Umfeld und den Fremdhelfern zeigte er keinerlei Berührungsängste. Auch bei den anfänglichen Gebäudebegehungen erkundete er selbstsicher seine Umgebung.

Für den gestrigen Tag stellte ich ihm einfache Suchaufgaben. Die offene Anzeige absolvierte er wie gewohnt. Mit den Vorderpfoten tanzend verbellte er sicher sein Fremdopfer. Als nächstes bekam er eine Minisuche in einem Wohnhaus. Die Versteckperson verschwand nicht sichtig hinter einer Wand gleich neben dem Hauseingang. Beim Ansatz nahm Vivo die Witterung sofort auf und rannte zielstrebig zu seinem Opfer. Dort war er anfangs vom Schall seines Gebells irritiert und zeigte deshalb etwas unsicher an. Aber in der zweiten Minisuche in der Kirche verbellte er schon wieder sehr sicher.

Nach der Mittagspause entschloss ich mich mit Vivo eine Suche im dunklen Keller durchzuführen. Vor allem der Übergang vom Hellen ins Dunkle bereitet bei den meisten Hunden anfangs große Probleme.
Der nachgebildete Supermarkt mit Tiefgarage war für diese Aufgabe ein sehr geeignetes Objekt. Ich wählte den Abfahrtsweg zur Tiefgarage als meinen Anzeigenstart. Vivos Helfer entfernte sich sichtig bis zum Eingang der Garage, direkt am Übergang hell- dunkel, und setzte sich hinter die Tür. Vorsichtig bewegte sich mein Goldjunge den glatten Betonboden nach unten und kehrte am Eingang wie erwartet zu mir zurück. Da er nur unsicher reagierte, war es mein Ziel , dass Vivo diese Aufgabe für sich allein löst. Freundlich gab ich ihm erneut das Kommando und verkürzte lediglich den Weg vom Opfer zu mir. Diesmal lief er schon etwas zügiger nach unten und verharrte etwas an der Tür. Beim dritten Mal schicken überwand er dann die Schwelle und bekam die Witterung der Versteckperson, die er nun sicher verwies.
Im zweiten Durchgang wollte ich wissen, ob mein kleiner Mann nun schon etwas gelernt hatte. Wir begannen wieder am Abfahrtsweg und der Helfer verschwand sichtig im Keller. Diesmal saß er etwas weiter im Raum. Vivo rannte nun den Weg hinab und verbellte sofort an der Tür, wo sich sicherlich noch die Restwitterung vom ersten Durchgang befand. Ich zeigte ihm offensichtlich, dass sich niemand dahinter befand. Daraufhin hielt er erst einmal kurz inne, orientierte sich (vor uns befand sich eine sehr große Maschine, die wie eine Wand vor uns stand) und rannte zielstrebig zu unserem Helfer. Das Schallen seines Bellens beeindruckte ihn diesmal nicht.
Im dritten Durchgang saß unsere Versteckperson bereits in der hinteren Ecke. Vivo rannte auf mein Kommando die Einfahrt zur Garage hinunter in die Dunkelheit hinein und kurz darauf hörte ich sein Bellen durch den Keller hallen.

Diese Übung zeigte mir wieder mal, wie schnell doch unsere Vierbeiner lernen, wenn man ihnen die Zeit läßt, sich dem Problem zu stellen.


28.07.2011

Beim gestrigen Fußtraining war ich sehr zufrieden mit meinem Goldjungen. Es ist noch nicht alles perfekt, aber es macht riesengroßen Spaß mit ihm zu arbeiten. Er ist mit viel Begeisterung bei der Sache.
Die Freifolge schafft er mehrere Meter (leider habe ich vergessen, die Schritte zu zählen), hat dabei noch einen leichten Vorwärtsdrang. Die Tempowechsel klappen schon sehr gut, wobei er im Laufschritt durch meine angewinkelten Arme die Strecke im Hüpfen absolviert und im langsamen Schritt sich immer mal wieder absetzt, da ich das Anhalten so aufgebaut habe. Beim rechten und linken Winkel folgt Vivo ohne Probleme den Richtungsänderungen, allerdings ist mir hierbei der Abstand zum Bein noch zu groß. Das Sitz aus der Bewegung ist perfekt.
Gestern haben wir dann auch zum ersten Mal mit sitzenden Verleitpersonen und einem angeleinten Hund gearbeitet. Hier habe ich aber die Anforderungen zu hoch an meinen Racker gestellt. Durch den geringen Abstand war es nicht zu vermeiden, dass Vivo sich ablenken ließ und schnell mal Kontakt aufnehmen musste, bevor er konzentriert weiter arbeitete.

In der Suche gefällt mir mein Goldjunge zur Zeit sehr gut. Er löst sich schön von mir und sucht weiträumig sein Suchgebiet ab. Dabei läßt er sich gut führen und lenken. Die Anzeige ist sicher und fordernd.
Beim gestrigen Training hat sich endlich mein Verdacht zu 100% bestätigt, Vivo ist ein Fährtensucher. Da er als letzter Hund gearbeitet wurde, hatte er dadurch sehr viel zu tun, um alle frischen Menschenspuren auszuarbeiten, zu filtern und die richtige zu isolieren. Das ist natürlich sehr kräftezehrend und uneffektiv. Dies bedeutet für uns in den nächsten Trainingseinheiten, dass Vivo ab sofort nur noch saubere Suchgebiete bekommt und seine Helfer von außen eingebracht werden.


12.07.2011

Heute habe ich mich so über meinen Rabauken gefreut, dass ich es hier festhalten möchte. Nachdem sich Vivo letzten Mittwoch bei den Revierübungen im offenen Gelände sowie bei 2 kleinen Suchen schon mächtig ins Zeug gelegt hatte, war er heute bei einer etwas längeren Suche kaum zu halten. Auf wenigen Metern konnte er sein Opfer weggehen sehen, ehe es au�er Sicht verschwand. Das war der Punkt, an dem Vivo schon in der Leine stand und durch seine ruckartigen Bewegungen mich leicht aus dem Gleichgewicht brachte. Und dann düste er ab, ohne nach links und rechts zu gucken bis zum Verschwindepunkt seiner VP. Schnell suchte er sich den Wind und nahm die Witterung auf. Sein kräftiges Bellen war weit zu hören. Einfach toll, so gefällt es mir. Wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein.

Allerdings fällt es mir noch schwer, die Motivationslage von Vivo einzuschätzen, da ich ihn immer wieder mit Odin vergleiche und nach entsprechenden Körpersignalen suche. Während Odin eine sehr starke Rutenbewegung zeigt, fehlt dies bei Vivo. Da habe ich noch eine Menge Arbeit vor mir.


03.07.2011

Während Odin am Freitag Abend in einem Einsatz wieder zeigen musste, was er gelernt hat, konnte sich Vivo am Samstag zum Tag der offenen Tür unseres DRK KV Bad Liebenwerda e.V. beweisen. Gleich zwei Mal durfte er bei unseren Vorführungen unter anderem seine Doppelanzeige präsentieren. Anfangs war ich noch etwas unsicher, ob es funktionieren würde. Schließlich prallten so viele neue Eindrücke auf ihn ein: viele fremde Menschen, unbekanntes Gelände, verschiedene Gerüche uvm. Aber er meisterte seine Aufgabe wie im Training. Mein kleiner Mann legte sich mächtig ins Zeug, um als erster bei den VP's anzukommen. In der ersten Vorführung verbellten meine Jungs sogar beide das gleiche Opfer. Super toll. Ich bin mächtig stolz auf meine Springernasen.


26.06.2011

Meine Helfer werden immer besser und Vivo hat richtig Spaß an den Anzeigeübungen bekommen. Inzwischen verfolgt er hochmotiviert seine Zweibeiner und spult nicht nur sein erlerntes Verhalten ab. Odin ist mir bei Vivos Motivationsübungen ebenfalls eine große Hilfe. In den Doppelanzeigen legt sich Vivo wie beim Rückrufpfiff richtig ins Zeug, um vor Odin die VP's zu erreichen. Allerdings kann er sich dann nicht schnell genug entscheiden, wen er verbellen soll, so dass mein Großer ihm die Entscheidung abnimmt. Diese Übungen zeigen bereits jetzt schon eine Steigerung des Selbstbewusstseins meines kleinen Mannes. Sein Bellen ist fordernder geworden und er traut sich auch schon mal um seine Belohnung zu kämpfen.

Inzwischen ist mir endlich bewusst geworden, warum Vivos Ausbildung ein wenig stagnierte. Die Motivationsübungen, die wir jetzt mit ihm machen, haben wir früher zuerst mit unseren Hunden durchgeführt, um das Interesse an Menschen zu wecken. Danach brauchten wir allerdings viele viele Trainingseinheiten, um diese so aufgebauten Hunde auf Distanz zu bringen. Vivo lernte es genau andersherum, rechtzeitig abbremsen und auf Abstand zu verbellen führt zum Ziel. Und genau das macht sich jetzt bezahlt: Trotz Spaß und Action neigt er nicht zum Bedrängen und nimmt sofort seinen Abstand ein.

 

Gehorsam
Da Vivo zur Zeit immer wieder auf unseren Spaziergängen an meinem Bein klebt, um ein Leckerli zu erbetteln, nutzte ich diese Möglichkeit selbst zu agieren und übte mit ihm die Kommandos aus der Bewegung. Angefangen haben wir mit dem Sitz und da er beim Abbau der Körperhilfen auch schon mal das Steh anbot, baute ich es ebenfalls mit ein. So lernte er jeden Tag etwas anderes. Das Platzkommando aus der Bewegung haben wir jetzt erst, nachdem Sitz und Steh schon gut funktionieren, mit in unser Programm aufgenommen.


13.06.2011

Beim Training letzten Samstag mussten sich meine Helfer mächtig ins Zeug legen, um Vivo in ein hohes Motivationslevel zu bringen. Er sollte sich sein Futter richtig erarbeiten können. Bei einigen klappte es schon richtig gut. Vivo hatte auf alle Fälle viel Spaß dabei, wie sein Rutenspiel und sein kräftiges Bellen zeigen.

Diesmal war ich sehr zufrieden mit meinem kleinen Mann.

Bei der Revierarbeit, wobei es nicht um die Suche und Anzeige geht, sondern allein um das Einweisen und die Festigung des Wendepfiffs, zeigt Vivo tolle Arbeit. Hochmotiviert rast er von einem Helfer zum anderen, nimmt auf meiner Höhe Blickkontakt auf und folgt ohne Unterbrechung meiner Richtungsanzeige.

Gehorsam
Auch hier haben wir in den letzten Tagen fleißig trainiert. Nachdem ich feststellen musste, dass mein kleiner Mann eine Fehlverknüpfung aufgebaut hatte (er konzentrierte sich nur auf meine Taschen und Hände), haben wir einige Tage nur Blickkontakt aus verschiedenen Positionen heraus geübt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Inzwischen schafft Vivo 20 Schritte ohne jegliche Hilfen. Dabei prescht er zwar noch ein wenig vor, aber lieber so als hinterherhängen. Im Laufschritt schaffen wir sogar noch ein wenig mehr. Da wirkt das Rennen zusätzlich motivierend. Auch das Angehen klappt endlich. Vivo sitzt in den Startlöchern und reagiert sehr schön auf meine Körperbewegungen, so dass ein Kommando nicht mehr unbedingt notwendig ist.

Auch mit dem Kommando "Voraus" bin ich sehr zufrieden. Wir üben auf unterschiedlichem Gelände mit verschiedenen Abständen. Die 30m Marke haben wir lange erreicht. Sein Tempo ist toll. Nun fehlt nur noch das Kommando "Platz" am Ende der Strecke. Damit lassen wir uns aber noch Zeit.

Detachieren
Diese Übung läuft bei uns so ganz nebenbei. Ich habe mir dafür extra Hocker besorgen lassen. Um diese Vivo schmackhaft zu machen, bekam er in den letzten Tagen darauf einen Teil seiner Futterration. Und nun sind diese so positiv verknüpft, dass er sofort auf sie springt, sobald ich mich ihnen nähere. Dies nahm ich zum Anlass, unseren Weg dorthin mit einem Kommando zu belegen. Inzwischen saust er auf meinen richtungsweisenden Arm los und erwartet voller Freude seine Belohnung.

 

Hier mal ein Video außerhalb von unseren Trainingseinheiten. Auch diese Art Beschäftigung fand Vivo ganz toll.


09.06.2011

Zur Zeit ist bei uns der Wurm drin. Es geht einfach nicht vorwärts. Nach den Triebsteigerungsübungen hatte ich gedacht, jetzt wäre der Schalter gefallen. Aber Vivo arbeitet nichtig stetig. In einer Trainingseinheit ist er hochmotiviert, in der anderen arbeitet er nur mäßig und zeigt wenig Drang zum Helfer. Positiv dabei ist aber zu sehen, dass mein kleiner Mann bisher noch kein Opfer verlassen hat und seine Anzeige bis zur Bestätigung durchführt.
Erschwert kommt noch dazu, dass mein schwarzer Teufel sich zur Zeit kaum von mir löst. Auf unseren Spaziergängen klebt er mir förmlich am Bein und läßt mich nicht aus den Augen. Also ist wieder Kreativität angesagt, um neue Lösungsansätze zu finden.

Der Schein trügt. Was hier nach viel Motivation aussieht, ist leider noch sehr unbeständig.


27.05.2011

In diesem Monat war unsere Staffel an den Wochenenden in verschiedenen Vorführungen und Sanitätsabsicherungen eingebunden, so dass unser Training ein wenig zu kurz kam und mehr Eigeninitiative angesagt war.
Die Triebsteigerungsübungen tragen erste Früchte. Im letzten Training war Vivo hoch motiviert und rannte im schnellen Galopp zu seinen Opfern, um diese anzuzeigen. Wahrscheinlich aufgrund der intensiven Impulskontrollübungen ist Vivo am Start die Ruhe selbst. Er geht sehr ernsthaft an die Arbeit heran und ist schwer aus der Reserve zu locken, um aber dann explosionsartig davon zu preschen.
Seit langem habe ich mich heute wieder mal für meinen Racker versteckt. Eine tolle Erfahrung. Hier konnte ich sehr gut beobachten, wie er meine Witterung ausarbeitet. Obwohl ich sichtig hinter großen Steinplatten saß, entdeckte er mich nicht. Er kam um die Ecke und reckte sein Näschen in die Luft. Man konnte sogar die Bewegung seiner Nasenflügel hören. Erst kurz vor mir nahm er mich dann auch mit den Augen wahr.

Auch im Gehorsamstraining geht es langsam vorwärts. Da zur Zeit unsere Prioritäten eher in der Anzeigen- und Sucharbeit liegen, versuchen wir auch dort am Ball zu bleiben. Noch helfe ich ihm sehr mit verschiedenen Sichtzeichen. Leider sinkt bei diesen Übungen zur Zeit sehr schnell Vivo's Motivation und Konzentration. Ob es nun am warmen Wetter liegt oder an seiner pubertären Phase, konnte ich bisher nicht genau eruieren. Deshalb bemühe ich mich, die Einheiten kurz und abwechslungsreich zu gestalten.

Desweiteren haben wir in diesem Monat mit einer neuen Herausforderung begonnen- dem Apportieren. Nachdem ich im Netz und in verschiedenen Büchern nach Aufbauempfehlungen gesucht habe, entschloss ich mich, diese Übung nach Imke Niewöhner aufzubauen. So üben wir jeden Teilschritt Halten, Tragen, Bringen separat und fügen sie später zusammen. Unsere ersten Fortschritte kann man hier verfolgen. Vivo zeigt sich hierbei sehr talentiert.


19.05.2011

Viel Abwechslung im Training steigert Motivation bei Mensch und Hund. So hatten wir die Freiwillige Feuerwehr von Bad Liebenwerda zu uns eingeladen, die uns mit ihrem Gelenkteleskopmast in 32 Meter luftige Höhe transportierte. Für manchen Zwei- und Vierbeiner eine echte Herausforderung. Vivo durfte zuerst zu sehen, wie ich gemeinsam mit Odin diese Aufgabe meisterte. Dann war mein "kleiner" Mann dran. In der Warteschlange zeigte er sich noch unerschrocken gegenüber den fremden Feuerwehrleuten, dem großen Feuerwehrauto und den Geräuschen. Als wir uns dann dem großen lauten Ungeheuer näherten, hielt er es anfangs für besser, einen gebührenden Sicherheitsabstand einzuhalten. Doch mit Leckerli und Geduld war die Bannmeile schnell gebrochen. Während er mit Vorsicht und viel Neugierde mit mir gemeinsam den Korb bestieg, zeigte er sich auf der Fahrt nach oben sehr unerschrocken. Er erkundete den Transportkorb, nahm Kontakt zum Feuerwehrmann auf und schaute sich zum Teil auch die Welt von oben an. Für diesen Mut wollte er natürlich immer wieder belohnt werden.
Ich war sehr erstaunt, wie gelassen er die neue Herausforderung meisterte.
Ich hatte mit etwas mehr Zurückhaltung gerechnet. Toll mein kleiner großer Mann.



08.05.2011

In dieser Woche haben wir nun intensiv an der Korrektur unserer Grundstellung geübt und siehe da es geht auch ohne Handstupser. Obwohl Vivo anfangs etwas irritiert war und seine Position hinter mir eingenommen hatte, als ich die Führhand auf dem Rücken legte, klappt es jetzt mit versteckter Hand, Hand auf dem Bauch oder Arm seitlich hängend. Allerdings neigt er jetzt zum unsauberen Sitzen. Wir üben weiter.

Das Verbellen hat Vivo sehr gut verinnerlicht. Auch in neuen Situationen zeigt er damit keine Probleme. Allerdings fehlt mir noch der richtige Drang zum Helfer. Dort ist er mir noch viel zu lieb. Deshalb habe ich erst mal die Suchen eingestellt und lege mehr Wert auf Triebsteigerung.


05.05.2011

Hallo Heike! Dieser Eintrag ist extra für dich, da ich ja nun weiß, dass du hier regelmäßig nach Anregungen suchst.

Heute haben wir die Gartenarbeit mit etwas Nützlichem verbunden, d.h. ich habe zuerst meinen Männern beim Rasenmähen zugesehen und sie danach für spaßige Hundeeinlagen missbraucht. Anfangs zeigte Vivo etwas Skepsis gegenüber der klapprigen Schubkarre. Doch für ein paar Leckerlis konnte ich ihn schnell überreden, dort hineinzuspringen. Noch ein paar Leckerlis als Nachschub und Vivo ließ sich durch den Garten kutschieren. Er fand letztendlich so viel Spaß daran, dass Odin kaum eine Chance hatte, dieses Vergnügen auch in Anspruch nehmen zu können.

Außerdem haben wir in dieser Woche weiter am Voraus und am Detachieren geübt neben den alltäglichen Gehorsamsübungen.

Da wir uns künftig neuen Herausforderungen stellen wollen, haben wir in dieser Woche einen neuen Punkt in unser Trainingsprogramm aufgenommen: das Kriechen. Endlich eine Übung, die für Odin und Vivo gleichermaßen neu ist. Die ersten Schritte meistern beide gleich gut. Ich bin nun gespannt, wie die weiteren Fortschritte von beiden aussehen und wer das Prinzip zuerst verstanden hat.


01.05.2011

Heute habe ich es endlich geschafft, jemanden zu überzeugen, unser Training der Grundstellung aufzunehmen. Da übt man und übt man und wundert sich, warum es nicht vorwärts geht. Vivo orientiert sich immer noch an meiner Hand. Na gut sagte ich mir, gib ihm noch etwas Zeit. Aber nun musste ich feststellen, dass es gar nicht an ihm liegt sondern an meiner Bestätigung. Während ich viel Augenmerk auf die schnelle und korrekte Ausführung legte, clickte ich ihn genau dann an, wenn er meine Hand berührte. Außerdem gebe ich immer noch ganz unbewusst mit meiner Hand Körpersignale. Oh man ist Mensch doch ungeschickt. Aber nun kenne ich meine Fehler und werde mehr auf meine Handbewegungen achten und Vivo erst für Blickkontakt bestätigen. Mal sehen, ob wir beide es dann in den Griff bekommen.


26.04.2011

Seit einer Woche üben wir das „Platz“ auf Entfernung. Man bewaffne sich dazu mit einer Tasche voll ungesundem Frolic (leider habe ich noch keine Alternative gefunden) und veranstalte damit Leckerli- Fangspiele. Odin und Vivo sind ganz verrückt danach. Durch die runde Form der Frolic- Ringe lassen die sich wunderbar werfen und rollen. Mitten im Spiel wird dann plötzlich das Werfen nur angedeutet und das Kommando „Down“ gegeben. Natürlich kommt Vivo zu 95% noch bis zu mir gelaufen, bevor er sich hinlegt.
Bei unserem gestrigen Spiel kam genau in dem Moment, als ich das Kommando gerufen hatte, eine Joggerin an uns vorbei. (Habe sie weder kommen sehen noch gehört.) Und was macht mein Vivo? Er legt sich trotz dieser Ablenkung auf ca 3m Distanz zu mir hin. Wow, damit hätte ich nun nicht gerechnet. Ich war ganz platt und happy. Ein toller Junge. Dann setzte er noch einen drauf und legte sich im weiteren Spielverlauf sogar auf ca 10m Entfernung hin. Solche spontanen Erfolge bauen im Training wunderbar auf und zeigen, man ist auf dem richtigen Weg.


Neben den Dummy-Suchen habe ich nun wieder begonnen, vermehrt Eigensuchen und Suchen nach Familienangehörigen mit Vivo durchzuführen. Dadurch sollen seine Suchkondition und Suchtaktik nach Menschen gefördert werden. Je nach Schwere des Verstecks wähle ich die Größe des Suchgebietes. So festigt er auf diese Art mit vertrauten Personen, dass Menschen auf dem Boden, erhöht oder untererdig sitzen können. Dadurch wird es ihm später leichter fallen, es in der Suche auf Fremdpersonen zu übertragen.


23.04.2011

Gestern hatten wir ein supertolles Karfreitag- Training mit abschließendem Osterfeuer und ich war sehr zufrieden mit meinem kleinen Mann.
Zum ersten Mal hat Vivo gemeinsam mit einem anderen Hund aus der Staffel sein Geräte- und Gehorsamstraining absolviert. Während der Gerätearbeit ist er nur einmal zum anderen Hund gerannt, ließ sich aber ganz toll wieder zurückrufen, um dann konzentriert weiterzuarbeiten.
Bisher habe ich mit Vivo entweder allein oder gemeinsam mit Odin die Ablage geübt. Gestern nun lag er zum ersten Mal ab, als der andere Hund seine Übungen gelaufen ist. Die anderen Staffelkameraden waren die Zuschauer. Bereits als ich ihn ablegte, war ich mir sicher, dass er liegen bleiben würde.

Und so war es dann auch. Selbst als ich mich entfernte, um einen Bogen hinter meinen Kameraden zu laufen. Dies wiederholte ich mehrmals. Danach war ich mächtig stolz auf meinen kleinen Wirbelwind, der eigentlich immer Hummeln unterm Hintern hat. Bei den anschließenden Fußübungen war er ebenfalls motiviert dabei und ließ sich nicht von den anderen ablenken.
Gestern haben wir auch zum ersten Mal versteckte gezogene Anzeigen gemacht. Begonnen haben wir wie gewohnt mit einer offenen liegenden Person. Danach sah Vivo seinen ersten Helfer weglaufen, der sich in einer grünen Regentonne versteckte und seine Hand etwas raushängen ließ. Vivo düste wie gewohnt los und suchte. Als er hinter die Tonne rannte, riss er sein Köpfchen rum und schwupps hatte er sein Opfer, eine kurze Kontrolle und dann Anzeige. Super toll. Sein drittes Opfer versteckte sich in einem Turnkasten. Da durch seine Schlitze ausreichend Witterung entfliehen kann, war dieses Versteck schon verschlossen. Vivo bekam sie auch sehr schnell. Da aber meine Staffelkameraden zu dicht am Versteck standen, war Vivo verunsichert. Er löste sich wieder und verbellte die Rumsteher. Deshalb forderte ich sie auf, sich vom Versteck zu entfernen. Dies reichte aus, damit sich Vivo wieder zum Kasten orientierte, die Witterung an den Löchern kontrollierte, um anschließend sofort zu verbellen.


17.04.2011

In den reinen Verbellübungen hat Vivo die Tendenz, zuerst die Hände zu kontrollieren, bevor er seinen Rückwärtsgang einlegt und verbellt. Also habe ich in Eigenanzeigen mit Vivo geübt und ihm dabei meine leeren Hände gezeigt mit Erfolg. Er geht nun sofort zurück. Beim gestrigen Training klappte dies sogar mit den Fremdhelfern sofort, so dass ich diese Geste auch in die richtige Anzeige mit einbauen ließ. Dabei konnte ich beobachten, dass Vivo bei liegenden Opfern ein ganz tolles Verhalten zeigt. Er verbellt nicht am Kopf sondern an den Beinen. Dies hatte ich über mehrere Monate recht erfolglos mit Odin geübt.
Da sein Anzeigeverhalten inzwischen gefestigt ist und nur noch weiter ausgebaut werden muss, bin ich gestern auch bei den Witterungsspaziergängen einen Schritt weitergegangen. Um Anzeige und Suche zu verknüpfen, haben wir die beiden Versteckpersonen auf der Grundlinie in Form von gezogenen Anzeigen durchgeführt. Vivo sah, wie sich die erste VP von uns entfernte. Diese versteckte sich dann nichtsichtig für den Hund. Daraufhin schickte ich Vivo, der schon in den Startlöchern stand, mit Kommando hinterher. Es dauerte nicht lange, bis ich ihn bellen hörte. Meine VP's hatte ich instruiert, ihn bereits nach 2-3 Bellern zu bestätigen. Die Verbelldauer will ich erst später weiter ausbauen. Den gleichen Ablauf machten wir dann ebenfalls zur anderen Seite. So nähern wir uns langsam dem richtigen Revieren.

Auch in dieser Woche haben wir fleißig am Abliegen gearbeitet. Da dies nun schon über einen längeren Zeitraum sehr gut funktioniert, hatte ich heute beschlossen, mit Vivo unter Ablenkung zu üben. Die zahlreichen Spaziergänger und Jogger auf unserem Ausflug boten ausreichende Übungsmöglichkeiten. Vivo hat sie alle super gemeistert, so dass wir heute auch ganz viel Lob einheimsen konnten. Über solche Worte freut sich ein Hundebesitzer ganz besonders. Natürlich haben Odin und Vivo auch viele Einladungen zum Mitlaufen bekommen.


10.04.2011

Gestern besuchten wir eine befreundete Staffel, um unseren Trainingstag gemeinsam zu verbringen. Dies bedeutete für Vivo viele neue Fremdopfer und unbekanntes Gelände. Davon zeigte sich mein kleiner Mann aber wenig beeindruckt. Er absolvierte seine Aufgaben ohne zu fremdeln und zeigte jedem, was er bereits gelernt hat. Besonders hat es mich gefreut, dass in den Verbellübungen seine Stimme immer kräftiger und fordernder wurde. Auch das Einbremsen hat er bereits so gut verinnerlicht, dass er bei dieser Übung etwas irritiert war, als das Fremdopfer den Futterdummy zu spät warf, so dass er wieder vor den Füßen des Opfers landete und er zu ihm laufen musste, obwohl er ja immer auf Distanz seine Bestätigung erhält. Während Vivo sich beim Arbeiten weder von Geräuschen, Fremdhunden und -personen ablenken läßt, ist er allerdings noch gegenüber Fremdgerüchen anfällig. Dies musste ich feststellen, als ich mit ihm unseren Anzeigenaufbau auf der Wiese, auf der wir unsere Mittagspause gehalten hatten, demonstrierte.


24.03.2011

Auch wenn es jetzt keinen wöchentlichen Bericht mehr gibt, bedeutet dies nicht, dass wir nicht trainieren. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem bisher Gelerntes erst einmal weiter gfestigt wird.
Zur Zeit arbeiten wir weiter an unseren Anzeigen mit sichtigen wechselnden Personen in sitzender, liegender und leicht erhöhter Position. Einmal wird die gesamte Verhaltenskette abgefragt, ein anderes Mal liegt das Augenmerk nur auf dem Verbellen bzw. der Rückwärtsbewegung.
Bei unseren Witterungsspaziergängen achte ich jetzt besonders auf nichtsichtige Verstecke. Mit der Entwicklung von Vivo's Selbständigkeit entfernt er sich nun auch in der Suche immer weiter von mir, seine Schläge werden stetig größer. Bereits jetzt kann ich bei meinem Youngster dasselbe Verhalten beobachten wie bei Odin. Wenn wir uns auf der Grundlinie Richtung Mittellinie bewegen, ist Vivo's Nase schon mächtig am Arbeiten, so dass ich genau darauf achten muss, in welche Richtung ich ihn ansetze. Desweiteren scheint Vivo das Fährten für sich entdeckt zu haben. Dies muss ich in den nächsten Trainingseinheiten weiter beobachten. Bestätigt sich dieser Verdacht, muss ich seine VP's zukünftig von außen in ihre Verstecke einbringen bzw. noch unbenutzte Suchgebiete nutzen. Beim letzten Training habe ich eine kleine Veränderung vorgenommen. Da die Futtertaschen sehr schnell ausgefressen sind, so dass ich kaum eine Chance habe, mich bis zu Vivo und seinem Fund vorzuarbeiten, löst er sich sehr schnell wieder von ihnen, um mir entgegen zu kommen. Deshalb gibt es seit gestern Futtertuben. Die sind natürlich der Hit. Mal sehen wie widerstandsfähig sie sind gegenüber meiner sehr gierigen Fressmaschine.
Beim Detachieren ist mir aufgefallen, dass es Vivo leichter fällt, wenn die Anlaufpunkte klar begrenzt sind wie die Paletten. Auf ihnen macht er bereits das Platz und wartet auf meine nächste Richtungsansage.
Bei den Vorausübungen haben wir inzwischen die 30 m Marke erreicht, mal mehr und mal weniger in unterschiedlichen Geländen. Diese Übung kann ich leider pro Spaziergang nur einmal ausführen, da Vivo dann sofort auf der Hut ist und den Weg im Auge hat, ob nicht irgendwo wieder ein Futterdummy rumliegt.
Auch bei den Bleibübungen geht es sehr langsam vorwärts. Warten ist nicht gerade seine Stärke, egal ob ich an der Distanz oder der Dauer arbeite. Mache ich zu große Schritte verfällt er sofort ins Fiepen. Allerdings fällt es ihm leichter in der Ablage, wenn ich mit Odin übe, als wenn ich ihn angeleint zu schauen lasse.
In der Fußarbeit lassen wir uns viel Zeit. Aktuell machen wir immer noch viel Motivationsarbeit, mehrmals wöchentlich ganz kurze Sequenzen mit viel Spaß und Spiel. Dabei geht es vor allem um die schnelle Ausführung der Grundstellung und vom Sitz, Platz und Steh sowie die korrekte Fußposition.


12.03.2011

Endlich ist er da: der Frühling. Das heutige Training war richtig klasse- viel Sonnenschein und Temperaturen, bei denen es wieder richtig Spaß macht zu trainieren und meine Versteckpersonen bereit sind, jeden Spaß an Opferbilder mitzumachen. Für Vivo stand heute das Suchen im Vordergrund. 2mal 4 VP's auf ca 150 - 200 m galt es für ihn zu finden. Beim ersten Witterungsspaziergang zeigte sich sofort, dass wir in dieser Richtung schon lange nichts mehr geübt hatten. Aber nachdem er 2 Personen erfolgreich gefunden hatte, machte es scheinbar wieder klick und er begann mit der Suche. Da er noch nicht weiträumig läuft, sondern nach Spanielmanier kurze Schläge macht, hatten wir deshalb heute schon einige Leerschläge. Dies beeinflusste seine Motivation auf keinster Weise, da es seine Suchtaktik ist, die er auch in der Dummysuche zeigt. Was allerdings in dieser Suche sehr vorteilhaft ist, ist in der Flächensuche sehr kräftezehrend. Deshalb liegen meine VP's bereits auf der 25 m Randbegrenzung und ich ziehe Vivo weiter raus, indem ich mich mit in die entsprechende Richtung bewege.

Mit der Zeit und den Erfahrungen wird er dann immer weiter raus laufen. Beim zweiten Witterungsspaziergang waren dann seine Opfer schon richtig versteckt, damit er lernt, die Witterung richtig auszuarbeiten uund nicht all zu oft mit den Augen zum Erfolg kommt. Auch diese Aufgabe hat er richtig toll gelöst. Vor allem konnte ich sehr schön beobachten, wann er Witterung in die Nase bekam. Wie ich es bereits von Odin kenne, hat mir Vivo auch in seiner zweiten Suche meinen Plan zu nichte gemacht und hat sein drittes Opfer vor dem zweiten gefunden. Naja das ist ja eigentlich genau das, was ich bei ihm erreichen möchte. In der Suche orientierte sich Vivo noch oft an mir, aber dann lief ich einfach in die entsprechende Richtung und er löste sich wieder. Diese Übungen haben mir richtig gut gefallen.

Im Anschluss machten wir noch 2 Kurzanzeigen mit sitzendem und liegendem Opfer wie letzten Mittwoch auch. Inzwischen habe ich keinen festen Helfer mehr. Vivo reagiert noch sehr unterschiedlich auf einzelne Helfer. Mal verbellt er schon sehr sicher und fordernd, ein anderes Mal ist er noch etwas unsicher und orientiert sich nach mir. Aber auch hier bin ich überzeugt, dass im weiteren Ausbildungsverlauf Vivo mehr Sicherheit entwickeln wird.


06.03.2011

In Vorbereitung auf Odins Wiederholungsprüfung waren wir heute zu Gast bei der DRK RHS MOS. Deshalb konzentrierte ich mich vor allem auf Odin. Für Vivo bedeutete dies jede Menge Spaß und Rumtoben mit anderen Hunden sowie lange Wartezeiten, was er heute ohne Murren und Gebelle über sich ergehen ließ. Freu ! Aber zwischendurch durfte er auch kurze Fußübungen machen. Hier ging es mir vor allem auf schnelle Ausführungen sowie konzentriertes Arbeiten unter Ablenkung, da zur selben Zeit auch fremde Hunde auf dem Platz waren. Außerdem hat mein kleiner Mann heute seine Feuertaufe bestanden. Zuerst demonstrierte ich mit ihm unseren Aufbau des Verbellens und danach durfte er mit einem ihm völlig fremden Helfer die 3 er Anzeige machen. Und was soll ich sagen, es hat ganz super geklappt. Vivo spulte sein erlerntes Verhalten wie ein Großer ab und das sogar unter erschwerten Bedingungen. Trotz Helfereinweisung passierten doch Bestätigungsfehler und die Entfernung, die Vivo bis zur VP zurück legen musste, war ebenfalls länger als bisher. Toll. Da schwillt natürlich Mama's Brust. Für unser weiteres Training bedeutet das nun: Arbeiten mit wechselnden Helfern in unterschiedlichen Entfernungen sowie Ausbau der Dauer des Verbellens.


04.03.2011

Beim Staffeltraining letzten Mittwoch hatte es sich ergeben, dass wir früher als geplant bereits die zweite Fremdperson in Vivos Anzeigentraining integriert haben. Vivo hat den Ablauf so gut verinnerlicht, so dass er auch hier keine Probleme hatte, dass Gelernte auf diese Person umzusetzen. Bei der reinen Verbellübung wird sein Bellen inzwischen immer kräftiger und fordernder, das Einbremsen klappt super. Am Sonntag wird es sich zeigen, ob Vivo diese Übung bereits generalisiert hat, denn dann sind wir zu Gast bei einer anderen Staffel mit völlig fremden Gelände und unbekannten Personen.

Man muss die Dinge nutzen, wie sie kommen. Aufgrund kleinerer Baumaßnahmen bei uns zu Hause liegt zur Zeit ein winzig kleiner Trümmerhaufen auf unserem Hof, gerade groß genug um mit Vivo erstes Trümmerbegehen zu üben. Wie Odin zeigt er keinerlei Unsicherheiten dabei, läßt sich gut lenken und ist sehr besonnen. Das gefällt mir sehr gut, da bei dieser Arbeit die Verletzungsgefahr sehr hoch ist und deshalb waghalsiges Losgestürme sehr gefährlich sein kann.

Auch in der Dummysuche machen wir regelmäßig Fortschritte. Inzwischen sucht mein kleiner Mann etwa 3 Minuten und mehr, ohne das er gleich zum Erfolg kommt. Außerdem verstecke ich nun auch schon mehrere Dummys, so dass er nach dem ersten Fund sofort weiter suchen muss. Am Anfang war er etwas irritiert, da für ihn ungewohnt. Deshalb ging ich ein Stück mit, bis Vivo von selbst wieder in den Suchmodus startete. In der Suchtaktik lasse ich ihm freie Hand und mische mich gar nicht ein. Er arbeitet sehr schöne Schläge, die noch nicht so weiträumig sind wie Odins. Aber für die Dummysuche sind diese idealer, so dass Vivo zum Teil schneller zum Erfolg kommt als Odin. (http://www.youtube.com)


01.03.2011

Heute nutzte ich das schöne Wetter, um mit Vivo zum ersten Mal zu detachieren. Für die ersten Übungen bietet sich unser Garten sehr gut an.
Unter detachieren versteht man den Hund zu einen bestimmten weiter entfernt liegenden Punkt dirigieren zu können. Dies ist dann notwendig, wenn der Hundeführer dieses Gebiet selber nicht betreten kann. Bei der Suchhundearbeit muss dies auch unter Ablenkung und nur mit Sichtzeichen des Hundeführers möglich sein.
Vorraussetzung für den Aufbau des Detachierens sowie des späteren Detachierens im Einsatz ist eine zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer.
Detachieren ist in der Regel dann sinnvoll und notwendig, wenn ich die körperlichen Fähigkeiten des Hundes ausnutzen will, also zum Absuchen von schwierigen und steilen Geländeteilen, bei der Wegesuche, bei der Kettensuche, bei schwer zugänglichem Bewuchs (Tannenschonungen, Dickichte, Maisfelder etc.), bei der Trümmersuche zur Feinsuche und vor allem um den Hund vor Gefahren bewahren zu können, die erst jetzt im Einsatz erkennbar werden.

Allerdings birgt dies Übung auch eine Gefahr: Führe ich sie all zu oft aus, kann die Selbständigkeit des Hundes drunter leiden. Er orientiert sich nur noch am HF und wartet auf ein Signal.
Wie bei vielen anderen Übungen auch gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Hund diese verständlich zu machen. Ich nutze von Anfang an verschiedene Anlaufpunkte. Den ersten Schritt das gerade Vorauslaufen kennt Vivo bereits aus unseren Vorausübungen, nur das er heute nicht neben sondern vor mir sitzen musste. Aber das irritierte ihn auf keine Art und Weise, so dass er auf mein überschwengliches Handzeichen sofort zu seinem Ziel düste. Das Bleiben an Ort und Stelle füge ich erst später ein, um seine Motivation und sein Tempo nicht zu beeinflussen. Deshalb brachte ich ihn nach mehreren Wiederholungen zum Vorausziel und ließ ihn dort absitzen. Im nächsten Schritt lernte er heute das Kommando "Seite", bei dem er von seinem Startpunkt nach links laufen sollte. Durch das ausgelegte Wurststückchen rannte er auch hier wie ein Wiesel zum markierten Ziel. Für den Anfang war ich heute sehr zufrieden mit meinem kleinen Mann.

Das Kommando "Seite" hat Vivo schnell verstanden und wird mit einem Wurststückchen am Ziel belohnt.


Vivo ist sehr konzentriert und wartet auf ein Kommando.


Das Kommando "Voraus" kennt er bereits von unserem Gehorsamstraining.


Mehr Bilder gibt es in unserer Fotogalerie unter unsere Rettungshundeausbildung.

28.02.2011
So nun haben wir begonnen, an der Frustrationsgrenze von Vivo zu arbeiten. Das bedeutet für die Ausbildung und im Alltag ganz viele Impulskontroll- sowie Ruheübungen. Das Warten vor der Futterschüssel sowie das Freigabezeichen für den Freilauf kennt er schon von Welpenbeinen an. Nun erweitere ich es auf alle Situationen, in denen Vivo irgendeine Aufregung zeigt, egal in welchem Ausmaß. Ich verlange von ihm Ruhe zu bewahren und erst auf Kommando los zu schießen. Dazu gehören zum Beispiel das Ein- und Aussteigen aus dem Auto, das Aufbrechen zum Spaziergang, das Beobachten der Futterzubereitung, Bleib- Übungen, Ruheübungen an der Leine und das Reizangeltraining. Ich hoffe, dass Vivo dadurch lernt, sich zurück zu nehmen und wir damit das Gekläffe in den Anleinsituationen wieder unter Kontrolle bekommen.

Futtertagesrationsvorbereitung: Bis gestern war diese Situation ebenfalls eine Schwachstelle von Vivo. Sobald ich mit den Futterschüsseln im Keller verschwand, drehte mein kleiner Mann fast durch. Von unten war nur noch ein Gekläffe und Gefiepe sowie ein Kratzen an der Kellertür zu hören. Sobald ich wieder auftauchte, konnte mich kaum seinen Freudensprüngen erwehren. Deshalb stehen unsere Futtertonnen vorübergehend in unserem Schlafzimmer, damit ich Vivo besser unter Kontrolle habe und mehr Einfluss auf sein Verhalten nehmen kann.

Das Ein- und Aussteigen aus dem Auto ist zwar keine Schwachstelle, aber Vivo zeigt auch hier Aufregung, so dass ich dies mit in die Impulskontrollübungen aufgenommen habe

Während Odin in der Ablage ist, lernt Vivo die Bleib- Übung "Warte, bis ich dich abhole".


26.02.2011

Heute musste sich mein kleiner Mann seiner ersten großen Herausforderung in seiner Rettungshundeausbildung stellen- dem Eignungstest.

Der Eignungstest für Rettungshunde soll Aufschluss darüber geben, ob der Hund für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet ist. Dabei wird er zum Teil mit unbekannten Situationen konfrontiert. Er muss ein zuverlässiges Sozialverhalten gegenüber Menschen und innerartlich beweisen sowie ein sicheres Verhalten auf unterschiedliche Umwelteinflüsse zeigen. Während der einzelnen Testelemente darf der Hund nicht vom Hundeführer beeinflusst werden. Nur nach Aufforderung der Bewerter darf er seinen Hund unterstützen. Bewertet werden die einzelnen Elemente mit den Noten 1 (sehr gut) bis 5 (Ausschluss). Außerdem wird der Test sofort beendet, wenn ein Hund ein übermäßig aggressives sowie ängstliches Verhalten zeigt bzw. Menschen durch den Hund zu Schaden kommen. Dann darf der ET auch nicht mehr wiederholt werden. Außerdem kann ein Bewerter den Trieb eines Hundes, Probleme in der HF- Hund- Beziehung und Gehorsamsprobleme einschätzen, was zwar nicht bewertet wird, aber als Empfehlung für die weitere Ausbildung mitgeben kann.

Dieser Eignungstest ist zwar Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum RH, ist aber keine Verpflichtung für die jeweilige Staffel. Die Hunde werden von neutralen nicht staffelzugehörigem Bewerter getestet.

Vivo startete unter etwas erschwerten Bedingungen, da ich zuerst selbst 7 Hunde bewertet habe und Vivo zum Abschluss an der Reihe war, so dass er keine Pause nach jedem Testelement hatte wie die anderen Hunde, sondern alles hintereinander abgearbeitet hatte. Und dafür hat er das alles ganz prima gemacht, wenn man bedenkt, dass er gerade in seiner Pubertätsphase ist bzw. auch in einer Phase, in der er noch einmal ängstlich reagieren kann, was zwar bisher im Alltag noch nicht zum Vorschein kommt, aber in fremden Situationen schon mal auftreten kann.

Das Gelände, die Hunde und Mitglieder der ausführenden Staffel waren Vivo völlig unbekannt.

So nun zur Auswertung der einzelnen Elemente.

1. Verhalten gegenüber einer Fremdpersonengruppe: Gesamtnote 1
Diese Übungen werden ohne Leine durchgeführt. Hierfür standen 5 Fremdpersonen in einem Kreis mit ca 20 m Durchmesser und wir beide in der Mitte. Nacheinander wurde Vivo von allen zu sich gerufen. Anschließend folgte dieselbe Übung mit Futter. Das fand Vivo ganz toll. Er liebt einfach Menschen. Hatte etwas Bedenken, dass er das Futter zu gierig nehmen würde, war aber nicht der Fall.
Als zweite Übung musste sich Vivo bei mir aufhalten, ohne das ich ihn mit Kommando, Handzeichen oder sonstiges beeinflusse. Dann schließt sich der Personenkreis zuerst im langsamen, dann im schnellen und dann im Laufschritt. Diese Übung fand Vivo einfach blöd, ohne Anzeichen von Angst. Sobald der Kreis sich schloss, lief er freudig auf einen Menschen zu und schon befand er sich außerhalb des Kreises und schaute sich dort an, was die Zweibeiner dort machen. Ließ sich aber ohne Probleme in den Kreis rufen.
Als 3. Teilübung kam die Trageübung durch eine Fremdperson an die Reihe, wofür wir ja das Maulkorbtraining gemacht haben. Das war überhaupt kein Problem. Genauso wie die fallende Person, die anschließend schreiend wegrennt. Das fand mein kleiner Kerl nur lustig und wäre gern hinterher gerannt.

2. Verhalten bei optischen Umwelteinwirkungen: Gesamtnote 2
Hier absolvierten wir nacheinander verschiedene Stationen, bei denen Vivo an lockerer Leine vorbei geführt wurde.
Dazu gehörten ein Schwebetuch, das von 2 Personen hoch- und runtergeschwenkt wurde, eine Tonne, die auf uns zu rollte, eine Person, die einen Regenschirm auf- und zugespannte sowie eine humpelnde Person mit Flatterkleidung, die eine Decke um die Schulter auf- und zu schwingt wie bei einem Gespenst. Wie im untenstehenden Video zu sehen ist, zeigte Vivo hier einige Unsicherheiten.

3. Verhalten bei akustischen Einwirkungen: Gesamtnote 2
Hierbei zeigte sich Vivo ebenfalls etwas verunsichert und machte lieber einen kleinen Bogen darum, was aber im Alltag bisher nicht zum Vorschein kam. Zu dieser Übung gehörten: ein langsam anfahrendes und hupendes Auto, eine Tonne, auf die geschlagen wurde und ein Kompressor.

4. Verhalten bei Feuer und Rauch: Gesamtnote 1
Diese Übung war überhaupt kein Problem.

5. Spielen mit einem Gegenstand: Gesamtnote 1
Hierüber habe ich mich ganz besonders gefreut, da Vivos Beutetrieb noch nicht sehr stark ausgeprägt ist. Eine Fremdperson spielte mit Vivo. Wider Erwarten war Vivo konzentriert bei der Sache und ließ sich durch nichts ablenken.

6. Verträglichkeit mit anderen Hunden: Gesamtnote 2
Dafür staanden alle Testhundeteams in einem Kreis. Zuerst führte der HF seinen Hund im Slalom durch die Hundereihe und dann eine Fremdperson. Diese Übung war etwas ungünstig in der Ausführung gewählt. Da meine Bewerterin kam, als die anderen 7 Hunde gerade im Kreis aufgestellt waren, holte ich Vivo schnell aus dem Auto, um diese Übung zu absolvieren. Vivo war natürlich ganz aus dem Häuschen, so viele Menschen und Hunde sowie endlich Bewegung. Das war nur ein Gehüpfe und Gespringe, so dass Vivo durch sein Verhalten mächtig Unruhe in die Gruppe brachte. Naja das ist halt mein Springer. Und da nur ein neutrales Verhalten mit 1 bewertet werden kann, müssen wir uns nun mit einer 2 zufrieden geben.

7. Gewandheit: Gesamtnote 1
Das war eine Übung, die Vivo bereits aus dem Training kennt- Begehen einer Brücke, Tunnel und Begehen ungewohnten Untergrund.

8. Verweistest: Gesamtnote 1
Hierfür wurde Vivo von einer Fremdperson festgehalten, als ich in einem Verbellhäuschen verschwand. Sofort kam mein kleiner Mann angerannt, versuchte zu mir vorzudringen und verbellte.

Mit diesen Ergebnissen hat Vivo seinen Eignungstest bestanden und darf nun offiziell seine Laufbahn als Rettungshund beginnen. Ich bin mächtig stolz auf meinen Kleinen und hoffe, wir werden mal ein richtig gutes Team.

Mehr Fotos von unserem Test gibt es hier.


20.01.2011

Heute habe ich verschiedene Anleinsituationen für Vivo geschaffen, um sein Problem besser kanalisieren zu können. Und es hat sich bestätigt, was ich bereits vermutet hatte: Vivo schiebt einfach Frust, wenn es nicht so geht, wie er will. Nach einigen Überlegungen musste ich ebenfalls feststellen, dass er dieses Verhalten auch in verschiedenen Alltagssituationen zeigt. Also steht in den nächsten Wochen viel Frustrationstraining auf dem Plan.
Wie jeden Sonntagvormittag habe ich mir auch heute wieder viel Zeit für meine Hundis genommen. Heute stand Reviertraining auf dem Plan. Während diese Übung für Odin mehr Fun bedeutete, war es für Vivo eine neue Herausforderung. Beim Reviertraining geht es mir vor allem um das Erlernen dieser Suchtaktik und nicht ums Suchen. Deshalb steckte ich mein Revier mit Futterschüsseln ab und schicke meine Hundis jeweils links und rechts von meiner Mittellinie und pfeife sie mit dem Richtungswechselpfiff wieder ab. Vivo durfte wie Odin bei den Vorbereitungen zuschauen, was er natürlich wieder lautstark kommentierte. Nur gut, wir waren mitten auf einem Feld, wo es weit und breit keine Ansiedlungen gab. Denn sonst steht vielleicht irgendwann mal der Tierschutz vor meiner Tür. Da Vivo diese Übung ja noch nicht kannte, ließ ich ihn an meiner Mittellinie einfach von der Leine und bewegte mich auf die erste Futterschüssel zu. Vivo nutzte erst mal die Möglichkeit, seinen Frust wegzulaufen. Ich ignorierte ihn bis er sich wieder auf mich konzentrierte und er mir in meine Richtung folgte, wo er am Ende ja die Futterschüssel fand. Während er sich über die Wurststückchen hermachte, entfernte ich mich schon auf die andere Seite und pfiff gleichzeitig einmal ganz kurz. Schon kam mein Wirbelwind angerast und wir bewegten uns zur zweiten Schüssel. Bereits beim dritten Richtungswechsel hatte Vivo das Prinzip verstanden, so dass ich nicht mehr komplett mitlaufen musste. Allerdings standen meine Schüsseln etwas zu nah beieinander, so dass er nicht nur eine sondern halt auch gleich mal zwei hintereinander ausfraß. Deshalb vergrößerte ich deren Abstand für unseren zweiten Durchgang. Auch hier arbeitete ich natürlich noch ohne Kommando und Vivo raste von einer Seite auf die andere, ohne dass ich ihm weit folgen musste.
Während unseren nachfolgenden Fußübungen hatten wir ausreichend Ablenkung durch vorbeikommende Jogger, Walker und Spaziergänger. Aufgrund von Rücksichtnahme unterbrach ich jeweils unsere Übungen und wartete, bis sie unsere Übungsstrecke verlassen hatten. Vivo konzentrierte sich danach sehr schnell wieder auf mich, ohne den Personen weiter nachzugucken. Sehr schön fand ich es, als wir gerade unser Voraus geübt hatten, dass Vivo nur seinen Futterdummy fixierte und kein Interesse an der Joggerin hatte. So konnte ich ihn schicken, ohne befürchten zu müssen, dass Vivo der Frau hinterher läuft.


17.02.2011

Beim gestrigen Training stand intensive Anzeigenarbeit auf unserem Programm. Nachdem wir in den ersten Durchgängen noch einmal die einzelnen Teilschritte Einbremsen, Abstand einnehmen und Verbellen (Anzeigen) am Fremdhelfer abgerufen haben, haben wir gestern zum ersten Mal alle Schritte zusammengefasst in einer Dreieranzeige. Dies bedeutet, dass die Bedingungen immer dieselben sind: gleicher Helfer, gleiche Helferposition und selbe Stelle. Beim ersten Schicken kommt der Dummy geflogen, beim zweiten Schicken wird das Dummywerfen kurz angetäuscht, bevor er geworfen wird. Hier schauen wir, ob der Hund von sich aus schon das Tempo runter nimmt und abbremst. Beim dritten Mal schicken, passiert nichts. Jetzt musste Vivo ankommen, rechtzeitig vor dem Helfer abbremsen, rückwärts gehen, bis er seinen Abstand gefunden hat und verbellen. Diese Übung hat mein kleiner Mann ganz toll gemeistert. Nun weiß ich, dass er das Prinzip verstanden hat. Nun werden wir es in den nächsten Einheiten auf diese Weise festigen und etwa ab Mitte März den nächsten Fremdhelfer dazu nehmen.
Einen weiteren Fortschritt hatten wir gestern auch noch zu verzeichnen. Hat mein Helfer bisher Vivo noch rufen müssen, konnte ich nun schon beim Kenndeckeanlegen beobachten, dass er sich bereits auf seinen Helfer konzentriert, so dass wir nun diese Hilfestellung ebenfalls zukünftig weglassen können. So geht es mit jeder Trainingseinheit langsam vorwärts.

Das Gute an den kleinen Schritten ist, wenn in einem der Teilschritte grobe Fehler auftreten, kann ich sofort intensiv an dem einen Bereich arbeiten, bevor die Kette wieder zusammengefügt wird.
Während des gesamten Trainings war Vivo voll bei der Sache und konnte sich bereits über einen längeren Zeitraum auf eine Übung konzentrieren. Obwohl wir in zwei Gruppen gearbeitet haben und auf dem Platz ständiges Hundegebell zu hören und umherlaufende Personen zu sehen waren, ließ Vivo sich nicht von seiner Übung ablenken. Toll, kleiner Mann. Mal sehen, wie sich das zukünftig entwickelt vor allem während seiner Pubertätsphase.

Allerdings haben wir inzwischen auch eine Baustelle zu verzeichnen. Vivo entwickelt sich zu einer Krawallschachtel, die lauthals und sehr ausdauernd protestiert, wenn er angeleint warten muss, bis er an der Reihe ist. Wie ich dieses Problem nun angehe, weiß ich zur Zeit noch nicht. Als Ausbilder ist es nicht so gut, wenn ich mich aus dem Übungsbetrieb rausnehme, um mit Vivo an seinem Problem zu arbeiten. Zumal es ja keine Einmaligkeit wäre, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstrecken würde. Deshalb bleiben im Augenblick nur 2 Alternativen: Hundebox oder Auto.


13.02.2011

Gestern waren wir einer Einladung vom THW Torgau zu einem gemeinsamen Training gefolgt. Für Vivo bedeutete das wieder eine neue Trainingssituation- viele fremde Leute und Hunde. Aber meinem Temperamentsbolzen machte dies wenig aus. Jeder wurde genauso begrüßt als wären es alte Bekannte.
Unser Trainingsgebiet, das Gelände eines ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses, bot viele interessante Versteckmöglichkeiten für Fortgeschrittene und Anfänger.
Als erstes fragten wir bei Vivo die bisher erlernte Anzeige offener Personen ab. Dies klappte ohne Probleme. Er verbellte sogar sehr kräftig, was je nach Situation noch sehr unterschiedlich ist.
Im nächsten Schritt begannen wir mit dem Aufbau der Anzeige am geschlossenen Versteck, als Vorübung zur Trümmerausbildung.

Auch diese Übung baue ich anfangs über die Eigenanzeige auf, da dies eine gänzlich neue Situation ist. Während bei offenen Anzeigen das Augenmerk auf den Abstand zur VP liegt, ist es am geschlossenen Versteck wichtig, dass Vivo lernt, Eindringverhalten zu zeigen. Wie das Video zeigt, hatte Vivo keine Probleme mit der neuen Herausforderung. Ich verabschiedete mich von Vivo und er durfte zu sehen, wie ich in dem Loch verschwand. Zuerst sicherte er sich ab, wo ich genau bin. Er kletterte auf den Hügel und schnüffelte von oben, dann um den Eingang meines Vertecks. Wir haben eine kleine Öffnung gelassen, damit er ausreichend Witterung bekam und ich die Möglichkeit hatte, ihn von drinnen zu bestätigen. Als er den Spalt gefunden hatte, an dem die Witterung am stärksten war, begann er sofort zu verbellen. Dabei ging er auch immer wieder rückwärts, so wie er es bisher gelernt hat. Bestätigt habe ich ihn, wenn er versuchte, zu mir vorzudringen. Damit es meinem kleinen Mann später leichter fällt, wann welches Verhalten erwünscht ist, werde ich für die Trümmersuche ein anderes Kommando einführen.


05.02.2011

In dieser Woche stand Training im fremden Gelände für Vivo auf dem Plan. Aber noch macht dies für ihn keinen Unterschied.
In der Gruppenarbeit zeigte er wieder, dass er sich gut konzentrieren kann trotz der anderen Hunde. Allerdings arbeite ich hier noch mit Futtertreiben und Futterlocken, um unsere Fortschritte im Einzeltraining nicht zu gefährden.

Zu Demonstrationszwecken im Training zeigte ich mit Vivo den Aufbau der Distanzarbeit bzw. der Positionswechsel aus den einzelnen Grundpositionen. Besonders gefreut habe ich mich, dass Vivo inzwischen auch sehr schön das "Steh" auf Hör- und Sichtzeichen sowohl aus dem Sitzen als auch aus dem Liegen ohne Futterlocken macht. Allerdings legt er sich dafür sehr langsam auf Kommando hin. Hier steht in den nächsten Tagen viel Motivationsarbeit auf dem Plan.

In der Anzeigenarbeit hat Vivo heute zum ersten Mal den kompletten Ablauf des Einbremsens mit Bestätigung selbständig gezeigt, d.h. zum Helfer laufen, abbremsen, den Futterdummy geworfen bekommen und zu mir zurück zu laufen, um bestätigt zu werden. So habe ich mir das vorgestellt. Bei der Verbellübung allerdings orientierte er sich noch stark an mir.

Beim Witterungsspaziergang war mein kleiner Mann wieder in seinem Element. Schon auf dem Weg zur Mittellinie fährtete er nach der ersten Person, die er dann auch sehr schnell hatte. Bei den weiteren Schlägen arbeitete er bereits selbständig weiter und suchte sich die Witterung. Dabei entfernte er sich heute schon sehr weit von mir. Deshalb muss ich dringend meine Futterbelohnung umstellen, damit meine VP's die Möglichkeit haben, ihn länger an sich zu binden. Bei den letzten beiden VP's fehlte ihm dann ein wenig die Kondition. Aber trotz alledem lief er zu ihnen, als er Witterung von ihnen in die Nase bekam. Am meisten gefällt mir an seinem Arbeiten, dass er wirklich seine Nase einsetzt und nicht mit den Augen sucht. Das war heute sehr schön zu beobachten.

Auch ich habe heute wieder dazu gelernt. Man vergisst so schnell, wenn die Hunde groß geworden sind. Nach 3,5 Stunden Training mit Anzeigen, Witterungsspaziergang und beobachten der anderen Hundeteams war mein kleiner Mann doch sehr erschöpft, um motiviert noch einmal die Einbremsübung zu absolvieren.

Das im Training nicht immer alles glatt läuft, zeigte heute Odins Suche. Das Wetter war ideal: Sturmböen mit wechselnder Windrichtung => eine gute Voraussetzung, um eine anspruchsvolle Suche durchzuführen, bei der Odin nicht so schnell zum Erfolg kommt. Odin hat wie immer super gearbeitet, so dass ich wenig agieren musste. Sein erstes Opfer war so auch schnell gefunden. Und dann ging die Misere los. Trotz Kompass kam ich immer mehr vom Weg ab, so dass ich mich total im Wald verlaufen hatte. Aber Odin suchte weiter. Hätten meine Staffelkollegen nicht irgendwann eingegriffen, hätten wir uns von unserem Suchgebiet immer mehr entfernt und unser 2. Opfer hinge jetzt noch auf dem Baum. Natürlich bin ich über diesen Verlauf nicht sehr begeistert, einziger Trost ist, dass Odin keinen Fehler gemacht hatte und mir wieder zeigte, dass ich mich in der Suche auf ihn verlassen kann.

30.01.2011

In dieser Woche standen neben den Fußübungen Distanzübungen auf dem Plan. Für Vivo bedeutete dies zuerst einmal, die Grundkommandos auf unserer Palette zu absolvieren, ohne diese zu verlassen. Erstaunlicherweise klappten diese Übungen sehr gut. Er zeigte keinerlei Probleme, die Palette als Grenze zu akzeptieren. Auch die Wechsel vollführte er schon sehr vielversprechend genauso wie die Bleibübungen im "Sitz" und "Down", bei denen ich mich von ihm entfernte.

In der Anzeigenarbeit knüpften wir an die letzte Woche an und absolvierten diese Übungen im selben Ablauf.

Parallel dazu arbeiteten wir in der vergangenen Woche weiter an Vivo's Suchkondition und Beutemotivation.

Odin war vor allem für den Aufbau der körperlichen Kondition Vivo's zuständig. Immer öfter animiert er ihn zu ausdauernden Fangespielen. Zur Zeit hat er noch eine Körperlänge Vorsprung.


24.01.2011

Beim letzten Training in der vergangenen Woche haben wir nun mit dem Aufbau der Fremdanzeige begonnen. Wider Erwarten klappte dies sehr unproblematisch.

Im ersten Durchgang übten wir das Einbremsen. Vivo durfte beobachten, wie ich unserem Helfer den Futterdummy übergab und wir entfernten uns gemeinsam von ihm. Während sich der Helfer hinhockte, blieb ich etwas weiter neben ihm stehen. Vivo kam sehr zielstrebig auf uns zugerannt, wobei er mich direkt ansteuerte. Auf Zuruf meiner Staffelkameraden, dass Vivo den Helfer gar nicht sehen konnte, weil er direkt vorm Scheinwerfer saß, wiederholten wir diesen Durchgang. Diesmal sollte mein Helfer Vivo vorher noch einmal rufen. Und siehe da, mein Wirbelwind rannte direkt auf unseren Helfer zu, der ihm dann auch seinen Dummy entgegen warf. Jetzt war er vielmehr irritiert, dass er mir seine Beute zu tragen sollte.
Da dies sehr gut klappte, entschied ich mich im dritten Durchgang, Vivo selbst zu schicken. Auch diesmal rannte er hochmotiviert auf den Helfer zu und brachte mir nach Zuruf freudig seinen Dummy.


Ist diese Suchtaktik in den Anlagen eines Springers verankert?
Man sieht hier sehr schön Ansätze des Revierens.

In einem weiteren Durchgang übten wir das Abstand halten beim Fremdhelfer. Diese Übung absolvierten wir auf der Stelle ohne Anlauf. Vivo war bereits abgeleint und sah, wie ich dem Helfer seinen Futterdummy übergab. Dann hockte sich der Helfer hin, Vivo kam auf ihn zu und legte sofort den Rückwärtsgang ein, bis er seinen Abstand gefunden hatte. Obwohl mir das schon als Erfolg gereicht hätte, verbellte Vivo sogar sofort sehr sicher. Klasse Leistung mein kleiner Mann. Dafür bekam er wieder seinen Dummy zugeschmissen und ich belohnte ihn daraus. Nun gilt es, diese Erfolge in den nächsten Trainingseinheiten zu festigen.

Auch in der Unterordnung geht es vorwärts. Da ich bisher immer noch mit Futter gelockt habe, konnte ich nie sicher sagen, ob Vivo bereits einige Kommandos verinnerlicht hat. Als ich aber im Laufe dieser Woche Odin in die Grundstellung gerufen hatte, nahm Vivo als erster den Platz an meiner linken Seite ein. Darüber war ich natürlich sehr erfreut.

Vor zwei Wochen schätzte ich Vivos Beutetrieb noch als mäßig ein. Doch nun ist er auf unseren Spaziergängen kaum zu bremsen. Immer wieder fordert er seinen Ball. Dabei zeigt er mehr Freude am Apportieren als an Zerrspielen. Vielleicht ist nun der Knoten doch geplatzt und es entwickelt sich auch in dieser Richtung etwas. Sicherlich wird Vivo Futter immer seiner Beute vorziehen. Aber wenn ich das Beutespiel bei der Ausführung verschiedener Kommandos, bei denen es um Schnelligkeit geht, einsetzen könnte, wäre ich schon überglücklich.


16.01.2011

Morgen wird Vivo bereits 6 Monate alt. Deshalb Zeit, mal zu schauen, wie der Stand seiner Ausbildung ist.

im Alltag

Leinenführigkeit: Vivo fällt es sehr schwer, sich auf mein Tempo einzulassen. Aber wir sind auf einem guten Weg und es klappen täglich längere Strecken.

Fressgier: Auch hier können wir täglich Erfolge verbuchen. Sicherlich ist immer noch nichts Unkontrolliertes vor ihm sicher. Aber er schafft es immer besser, sich zurückzunehmen und entspannt neben unserem Tisch zu liegen. Vor seinem Futternapf wartet er sehr ausdauernd, bis das entsprechende Kommando kommt. Nur meine Finger bekommen noch oft seine Zähne zu spüren.

Futterneid: Ist bisher nicht wieder aufgetreten.

Alleinbleiben: Da sich unsere Nachbarn bisher noch nicht beschwert haben und wir beim Nachhausekommen kein Gebelle hören, denke ich, ist das kein Problem. Nur im Haus verfolgt mich Vivo noch auf Schritt und Tritt. Allerdings akzeptiert er ohne Murren geschlossene Türen und wartet brav davor, bis ich wieder erscheine.

Anspringen: Das ist noch eine große Baustelle bei uns. Ein Springer, der vor Freude ganz aus dem Häuschen ist, kann springen und hüpfen wie ein Flummi. Nur ist nicht jeder begeistert davon.

Territorialverhalten: Vivo zeigt erste Anzeichen im Auto und im Haus. Auch Besucher werden lauthals begrüßt. Aber alles ohne Aggression. Ich hoffe, ich schaffe es, dieses Verhalten bei ihm nicht zu fördern und sogar zu unterbinden.

Frustrationstoleranz: Da reagiert Vivo noch recht unterschiedlich. In speziellen Übungen und im Staffeltraining klappt es sehr gut. Übe ich mit meinen Hunden aber allein, ist sein Geschrei sehr groß. Dann kann man sein hohes Gebelle sehr weit hören.

Sozialveträglichkeit: Vivo begegnet Menschen und Hunden sehr freundlich. Bei Hundebegegnungen zeigt er zwar sehr großes Interesse, zieht aber nicht wie verrückt an der Leine, um zu ihnen zu kommen. Nur bei Menschen würde er am liebsten jeden begrüßen.

Rückruf: Der Doppelpfiff ist bisher fest etabliert.

im Training

Grundgehorsam: Mein kleiner Mann beherrscht die 3 Grundkommandos "Sit", "Down" und "Steh" auf Hand- und Hörzeichen, wobei er manchmal noch mit mir diskutiert, ob er sich beim "Down" wirklich hinlegen muss oder ob ein "Sit" nicht auch ausreicht. Das Setzen funktioniert auch ohne Sichtzeichen schon. Bis auf das Steh kann ich mich schon mehrere Meter von ihm entfernen. In der letzten Woche haben wir begonnen, die einzelnen Wechsel aufzubauen.

Freifolge: Sowohl bei der Grundstellung als auch beim Fußlaufen arbeite ich noch mit Futterlocken, da Vivo zum Vorprellen neigt und seinen Po nach außen dreht. Beim Betteln auf unseren Spaziergängen zeigt er aber, dass er schon in der Lage ist, mehrere Schritte konzentriert neben mir zu laufen.

Voraus: Der Futterdummy wird noch sichtig auf unterschiedlichen Distanzen ausgelegt, mal ist Vivo an der Leine, mal lasse ich ihn absitzen. Diese Übung absolviert mein Springerlein hochmotiviert und ist kaum zu bremsen.

Verbellanzeigen: Auch hier sind wir auf einem guten Weg. Die nächsten Trainingseinheiten werden zeigen, ob Vivo in der Lage ist, problemlos das Erlernte auch auf Fremdhelfer umzusetzen. Dabei werde ich ihn entscheiden lassen, von wem er seine Bestätigung bekommt.

Suche: Hier bin ich einfach nur mächtig beeindruckt. Stark ausgeprägter Finderwillen und hohe Suchmotivation kennzeichnen sein Arbeiten in diesem Bereich. Bisher hat er nicht eine Suche von selbst eingestellt. Ansätze vom Revieren ohne spezielles Training zeigt mein kleiner Mann von ganz allein. Allein die Entfernung ist ein kleines Problem, da sich Vivo noch nicht weit von mir entfernt. Aber indem ich mich langsam in die entsprechende Richtung bewege, erweitert er selbständig seine Schläge.

Geräte: Unerschrocken wagt sich Vivo an jedes Gerät heran. Hier muss ich ihn eher bremsen als motivieren.


15.01.2011

Nun ist es soweit:
Nach 3 monatigen intensiven Training der Eigenanzeige kann ich fest behaupten, dass Vivo die wesentlichsten Schritte der Verbellanzeige verinnerlicht hat:
- Ankommen ohne Belästigen
- auf Abstand gehen
- Abstand halten
- Verbellen bis zur Bestätigung
Deshalb ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, diese Schritte bei Fremdhelfern zu verallgemeinern. Anfangs werde ich das Einbremsen mit einem festen Helfer üben und nur langsam weitere Helfer einbauen. Parallel dazu werde ich die einzelnen Schritte immer wieder in Eigenanzeigen absichern und diese langsam bis auf die liegende Position erweitern.


08.01.2011

Heute haben wir nach unserer Feiertagspause wieder mit dem Staffeltraining begonnen. Das Wetter war super und alle hochmotiviert.
Vivo durfte heute mit Odin gemeinsam angeleint warten, bis er an der Reihe ist. Obwohl mein kleiner Racker sehr aktiv ist und die Wartezeiten sehr lang sein konnten, hat dies Vivo mit bravour gemeistert. Er war sogar in der Lage, dass ganze sehr gelassen über sich ergehen zu lassen. Er konnte entspannen und abschalten und unsere Aktivitäten ohne Meckern beobachten. Ich hoffe, dass dies auch zukünftig so bleibt. Für mich ist es sehr wichtig, dass Hunde nicht ständig unter Spannung stehen und ihre Kräfte für ihre eigentliche Aufgabe sparen.

Im Gerätetraining zeigte er sich heute wieder sehr unerschrocken und absolvierte alles mit viel Elan. Sicherlich würde er sich auch sehr gut im Agility machen.

Da bei uns aber ruhiges Arbeiten im Vordergrund steht, hatte ich so meine Mühe ihn im Tempo zu bremsen. Den Bodentarget am Ende jedes Gerätes nimmt er schon sehr gut an. Bei der waagerechten Leiter benötigt er noch Hilfe, seine Hinterbeine richtig zu setzen. Dabei ist er aber sehr mutig und zeigt keinerlei Höhenangst. Weiterhin arbeiteten wir heute wieder an der Grundposition, damit Vivo nicht selbständig die Geräte betritt. Das war nicht immer einfach, einen so energiegeladenen Hund zu stoppen. Er reagiert aber schon sehr gut auf meine Ansage.

Bei der Vorausübung pfeift Vivo ab wie eine Rakete und zeigt wie Odin keinerlei Probleme mit der Motivation und dem Tempo. Mit nur wenigen Wiederholungen hat er das Prinzip sehr schnell begriffen. Seinen Futterdummy kann ich schon auf 15 bis 20 m Distanz sichtig auslegen, um ihn zu schicken. Dabei ist es egal, ob ihn ein Fremdhelfer oder ich auslege. Dies ist auch eine sehr schöne Übung, um seine Steadiness zu üben. Probleme hatten wir allerdings heute mit dem Absitzen. So wie Odin setzt sich Vivo ungern ins Nasse. Sie deuten zwar das Sitz an, aber der Po berührt nie den Boden. Aktuell habe ich für dieses Problem noch keine Lösung.

Bei den Anzeigeübungen war Vivo kaum zu halten. Er stand in der Leine, um endlich zu mir laufen zu können. Mit der Kenndecke zeigte er keine Probleme. Er läßt sie sich schön überziehen und fühlt sich in seinen Bewegungen auch nicht eingeschränkt. In den ersten Übungen übten wir das Einbremsen. Dabei kommt der Futterdummy auf ihn zu geflogen. Darüber ist er anfangs etwas irritiert, da der Dummy ja sonst immer von ihm wegfliegt. Er scheint dann immer zu überlegen, warum er ihn mir auf diese kurze Distanz zurück bringen soll. Aber schon im zweiten Durchgang weiß er wieder, was er machen soll. Nur vor Aufregung läßt er ihn öfter mal fallen.

Die reine Verbellübung übten wir dann separat. Dabei hat Vivo schon sehr gut verinnerlicht, dass er auf Abstand zu gehen hat. Nur sein Bellen ist immer noch sehr unterschiedlich, mal bellt er schon kräftig, mal quietscht er nur. Aber ich denke, dass gibt sich im weiteren Trainingsverlauf.

Bei seinem Witterungsspaziergang gab es heute 4 Versteckpersonen. Auch hier zeigt er schon gute Fortschritte. Aufgrund der Umstände weiß er auch ohne Kommando, welche Aufgabe ihn erwartet und düste los, um seine Menschen zu suchen. Dabei setzt er schon sehr schön seine Nase ein und nutzt die ihm zugetragene Witterung aus, so dass er so wie heute schon mal einen Helfer eher findet, als geplant.